Märzengrund

Ein junger Mann droht unter dem hohen Erwartungsdruck seiner Eltern zu zerbrechen und flüchtet als Einsiedler in die Berge
Manchmal möchte man dem ganzen Stress entkommen und sich in die Natur zurückziehen. Genau diesen Weg hat der Zillertaler Simon „Siml“ Wildauer gewählt, als er Ende der 1960er-Jahre als junger Mann in ein Tiroler Hochtal flüchtete und fortan ein Einsiedlerleben führte. Auf seiner Geschichte basiert auch das Theaterstück „Märzengrund“ von Felix Mitterer („Sommernachtsmord“), der sein Bühnenwerk gemeinsam mit dem österreichischen Filmemacher Adrian Goiginger („Die beste aller Welten“) jetzt als Spielfilm adaptiert hat. Der Film beginnt um das Jahr 2008: Der in die Jahre gekommene Elias (Johannes Krisch) wacht im Krankenhaus auf und erfährt, dass er an Prostatakrebs erkrankt ist. Doch das juckt ihn nicht: Er will einfach wieder hoch auf den Berg. Vierzig Jahre zuvor steht der junge Elias (Jakob Mader) unter Druck: Sein Vater (Harald Windisch) will, dass er dessen Hof übernimmt. Seine Mutter (Gerti Drassl) verbietet ihm die Beziehung zu der geschiedenen Moid (Verena Altenberger). Seine herrischen Eltern stürzen Elias in eine Depression. Als Ausweg sucht er die Idylle des Märzengrunds. Die recht simple Aussteigergeschichte überzeugt in erster Linie mit ihrem erstklassig aufspielenden Ensemble. Daneben punktet auch die Inszenierung: Wenn sich Elias frei fühlt, entfernt sich die Kamera von ihm und setzt die malerischen Landschaften wunderbar in Szene. Je größer der Druck und die gesellschaftlichen Zwänge aber werden, desto näher rückt auch die Kamera an ihn heran. Und das hat einen beinahe klaustrophobischen Effekt auf den Zuschauer.

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