Freibad

Von weiblicher Solidarität keine Spur: In einem Frauenfreibad zerschellt die Toleranz an den eigenen Vorurteilen
Sie baden im Bikini, im Badeanzug, oben ohne oder im Burkini: In Deutschlands einzigem Frauenfreibad treffen Welten aufeinander. Als eine Gruppe komplett ver­hüllter Araberinnen die Liegewiese am ­Beckenrand in Beschlag nimmt, münden die Reibe­reien in eine handfeste Schlägerei. Ein Zeitungsartikel über die Konflikte im Freiburger Lorettobad hat Doris Dörrie („Alles inklusive“) zu ihrer neuen Komödie inspiriert. Mit genüsslicher Herablassung und feministischer Selbstgewissheit kommentieren die verarmte Schlagersängerin Eva (Andrea Sawatzki) und ihre Freundin Gabi (Maria Happel) das Verhalten der ­(ungebetenen) Badegäste. Das Freibad wird zum Mikrokosmos der Gesellschaft, in dem Ressentiments und Vorurteile, kulturelle Unterschiede und unbewusste Ängste aufeinanderprallen. Man ahnt sofort, was Doris Dörrie an diesem Thema gereizt hat. Doch gelungene Pointen – die verschleierten Frauen sind Flüchtlinge aus der Schweiz, wo das Burkaverbot ihr Recht auf Selbstentfaltung untergräbt – bleiben die Ausnahme. Die Handlung wirkt seltsam konstruiert und fließt so träge dahin wie ein heißer Sommertag im Freibad.

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