Trailer zu ”Cruella”

Cruella

Mit Emma Stone in der Titelrolle spendiert Disney seiner gefürchteten Schurkin aus „101 Dalmatiner“ ein launiges Prequel. Hunde kommen nicht zu Schaden
Schon der erste Trailer zu „Cruella“ hat die Internetgemeinde gespalten: Die einen waren empört, dass Disneys Dalmatiner-­Schlächterin im Film womöglich verharmlost werden könnte. Andere befürchteten, das Prequel orientiere sich zu sehr an Todd Phillips’ düsterem Psychogramm „Joker“ (2019) oder könnte am Ende die Figur der beliebt-berüchtigten Disney-Schurkin gar lieblos ausschlachten. Eins vorweg: Alle Skepsis war unbegründet. Denn hier werden weder Cruella de Vils ­spätere Taten entschuldigt noch Welpen gehäutet. Nachdem ihre Mutter von einem Rudel Dal­matiner getötet wurde, findet sich Estella (Emma Stone) im schrillen London der 1970er-Jahre wieder. Die leidenschaftliche Designerin schlägt sich mit ihren Freunden Jasper (Joel Fry) und Horace (Paul ­Walter Hauser) und ihren cleveren Hunden als Trickbetrügerin durch. Ihre Passion für die Mode kann sie als Mitarbeiterin von Fashion-Primus Baronin von Hellman (Emma Thompson) ausleben. Als in Estella der Verdacht keimt, die Baronin könne ­etwas mit dem Tod ihrer Mutter zu tun haben, schmiedet sie einen Plan: In Gestalt ihres Alter Egos ­Cruella will sie zum Modestar aufsteigen und ihre fiese Chefin übertrumpfen. Die gibt sich aber nicht so leicht geschlagen. „Batmans Rückkehr“ (1992) trifft auf „Der Teufel trägt Prada“ (2006), und das in einem schrillen Siebziger­jahre-Punk-Setting, unterlegt mit passenden, wenngleich zuweilen etwas plakativ eingesetzten Songs aus dieser Ära (zum Beispiel „Sympathy for the Devil“ von The Rolling Stones). Daneben erweist Re­gisseur Craig Gillespie der ­Londoner Punk-Bewegung mit traumhaft opulenten Kostümen die Ehre. Die Oscar-Preisträgerinnen Emma Stone („La La Land“) und Emma Thompson („Sinn und Sinnlichkeit“) liefern sich in diesem ­ansprechenden Setting ein unterhaltsames Duell auf Augen­höhe um die Krone der skrupellosesten Disney-­Schurkin, das Thompson dank ihrer eiskalten Performance knapp für sich entscheiden kann. Wenngleich Stone ihr mit Cruellas psychotischen Manierismen dicht auf den Fersen ist.

DIESEN FILM WÄHLEN