Trailer zu ”5 Zimmer Küche Sarg”

5 Zimmer Küche Sarg

In der erstklassigen Mockumentary besucht ein Filmteam eine Vampir-WG und gerät zwischen die Fronten von Blutsaugern und lausigen Werwölfen
Es ist nicht leicht, ein Vampir zu sein: So könnte das Fazit der neuseeländischen Mockumentary „5 Zimmer, Küche, Sarg“ lauten. Schon die Idee ist genial und könnte von Monty Python stammen: Ein Filmteam erhält die Genehmigung, eine Doku über eine weitgehend unbekannte Spezies zu drehen, von der die meisten sogar annehmen, dass es sie gar nicht gibt: Vampire. Vier von ihnen leben in einer WG, und zu den Drehbedingungen gehört, dass sie nicht über die Kameraleute herfallen dürfen. Die Blutsauger könnten unterschiedlicher kaum sein: Da ist der pedantische Viago (Taika Waititi), der seine Kollegen anhält, beim Beißen weniger zu kleckern. Vladislav (Jemaine Clement) bezeichnet seinen Stil als „tot, aber unwiderstehlich“ und stylt sich nach dem Vorbild von „Bram Stokers Dracula“. Deacon (Jonathan Brugh) ist mit 200 Jahren der junge Wilde in der Runde und gehörte einst zu Hitlers Nazivampiren. Der 8000-jährige Petyr (Ben Fransham) verlässt selten seine Gruft und sieht aus wie eine Kopie von Murnaus „Nosferatu“. Der Alltag in der Vampir-WG verläuft zunächst unspektakulär: Man streitet über den Abwasch („Es ist unakzeptabel, dass sich hier das blutige Geschirr stapelt“), schrammelt Hausmusik oder macht sich fein für das Ausgehen am Abend, was gar nicht so leicht ist, wenn man sich nicht selbst im Spiegel sehen kann. Die Handlung kommt in Gang, als der übellaunige Petyr den Mittzwanziger Nick (Cori Gonzalez-Macuer) zum Vampir macht und dieser nicht im Geringsten daran denkt, die unter Saugern übliche Diskretion zu wahren. Was der WG mächtigen Ärger mit einem Vampirjäger und verfeindeten Werwölfen einbringt. Jemaine Clement und Taika Waititi, bekannt für die HBO-Comedyserie „Flight of the Conchords“, durchsetzen den Film mit Anspielungen auf die „Twilight“-Saga und „Lost Boys“, und am Ende eskaliert das Geschehen auf dem „Unheiligen Maskenball“ in der Kathedrale der Verzweiflung. Ein brüllkomisches Vergnügen.

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