Trailer zu ”Vom Ende einer Geschichte”

Vom Ende einer Geschichte

Wie genau erinnern wir uns an das, was war? Ein selbstgerechter Pensionär hat die Wahrheit jahrzehntelang verdrängt
Gefühle“, findet Tony Webster, „sollten eine Stütze sein für das Leben, das sich entwickelt hat.“ Doch stimmt das, was wir fühlen, wirklich mit dem überein, was gewesen ist? Dass unser Leben nicht identisch ist mit der Geschichte, die wir uns selbst und anderen darüber erzählen, ist das große Thema in Julian Barnes’ Roman „Vom Ende einer Geschichte“, der 2011 mit dem renommierten Man Booker Prize ausgezeichnet und jetzt verfilmt wurde. Mit Feingefühl und großer Souveränität hat Ritesh Batra („Lunchbox“) die verschachtelte Struktur der Buchvorlage in eine psychologisch stimmige Filmhandlung übertragen. Jim Broadbent („Another Year“) spielt den geschiedenen Pensionär Tony Webster, der ein weitgehend ereignisloses Leben führt – bis ihm die verstorbene Mutter seiner Jugendliebe Veronica ein Tagebuch seines Schulfreunds Adrian vererbt, der sich in jungen Jahren die Pulsadern aufgeschnitten hat. Bei der Testamentseröffnung stellt sich heraus, dass sich das Tagebuch mittlerweile in Veronicas Besitz befindet. Während sich Tony um ein Treffen mit ihr bemüht, kehren die Erinnerungen zurück – an eine sexuell frustrierende Liebesbeziehung und ein von Irritationen und subtilen Demütigungen überschattetes Wochenende bei ihren Eltern. „Vom Ende einer Geschichte“ beschreibt nicht nur die Selbsttäuschungen und Lebenslügen eines Einzelnen, der sich einer lang verdrängten Schuld stellen muss. Dass Tony seine wahren Gefühle stets ignoriert hat, ist Ausdruck einer Mentalität, die in der englischen Klassengesellschaft weit verbreitet ist.

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