Trailer zu ”Victoria & Abdul”

Victoria & Abdul

Queen Victorias Freundschaft mit ihrem indischen Diener versetzt den Hofstaat in Aufruhr
Englands Königin Victoria war so eigensinnig und streitlustig, dass sie die Monarchie mehr als einmal in eine handfeste Krise stürzte. Nach dem Tod ihres Gatten Prinz Albert im Jahr 1861 zog sie sich aus der Öffentlichkeit zurück. Dem schottischen Pferdeknecht John Brown gelang es schließlich, ihr neuen Lebensmut zu geben. Die platonische Freundschaft zwischen der Regentin und ihrem Diener erregte nicht nur den Argwohn des Hofs, sondern stärkte auch die anti­monarchische Stimmung im Land. John Madden („Shakespeare in Love“) hat diese Episode aus dem Leben der Queen Victoria unter dem Titel „Ihre Majestät Mrs. Brown“ 1997 verfilmt, Judi Dench spielte die englische Königin so überzeugend, dass sie für einen Oscar nominiert wurde. Jetzt, rund zwanzig Jahre später, schlüpft sie noch einmal in die Rolle der renitenten Herrscherin. Und auch diesmal geht es um eine nicht standesgemäße Beziehung. Bei den prunkvollen Feierlichkeiten anlässlich ihres 50. Thronjubiläums im Jahr 1887 lernt die amtsmüde Regentin den jungen Bediensteten Abdul Karim kennen, der ihr als Gesandter der indischen Kolonien eine wertvolle Münze überreichen soll. Die Queen ist von der Erscheinung und den einfachen Lebensweisheiten des 24-jährigen Muslims so begeistert, dass sie ihn kurzerhand in ihr Gefolge aufnimmt. Die Vertrautheit, die sich zwischen den beiden entwickelt, weckt schon bald den Neid und das Misstrauen des Hofstaats. Obwohl der Konflikt zwischen der Königin und ihren Beratern schrittweise eskaliert – Victoria will Abdul zum Ritter schlagen, ihr Sohn Bertie droht damit, sie für verrückt erklären zu lassen –, gelingt es Regisseur Stephen Frears („Die Queen“) nur selten, den Pulsschlag der Handlung zu erhöhen. Umso größer sind die spielerischen Entfaltungsmöglichkei­ten, die der schematisch inszenierte Film seiner Hauptdarstellerin bietet. Wie sich Judi Dench von einer freudlosen Monarchin, die angesichts der Völlerei am Hof unter argen Verdauungsproblemen leidet, zu einer gewitzten und streitbaren Regentin entwickelt, das ist große Schauspielkunst.

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