Venom: Let There Be Carnage

Die Post-Credit-Szene im ersten Teil deutete es bereits an: Diesmal müssen sich Eddie Brock und sein rüpelhafter Alien-Symbiont Venom gegen Psycho-Knacki Cletus Kasady wehren
Der simple Untertitel zeigt schon auf, wohin die Reise geht. Neunzig Minuten reiner Irrsinn mit exaltierten Over-the-top-Performances, viel Lärm und jeder Menge Mons­teraction. Und genau darin liegt das Problem. Tom Hardy („Mad Max: Fury Road“) kehrt in seiner Rolle als investigativer Journalist Eddie Brock zurück, der von dem Menschen fressenden Alien-Symbionten Venom be­fallen ist und dessen Gewaltausbrüche von ­Eddie mehr schlecht als recht kontrolliert werden. Währenddessen wird der Serien­mörder Cletus Kasady (Woody Harrelson) im Todes­trakt ebenfalls von einer außer­irdischen Lebensform befallen: Carnage. Kasady sucht nach seiner einzig wahren ­Liebe Frances Barrison (Naomie Harris), ­bekannt als mächtige Mutantin Shriek. Auf die Welt losgelassen, begibt sich Kasady mit Carnage auf einen Amoklauf, um ein paar Rechnungen zu begleichen. Und nur Eddie und Venom können die Menschheit vor ihrer Auslöschung retten. Der Fanliebling Venom tobt seit den Achtzigerjahren durch die „Spider-Man“-Comics und war im Film „Spider-Man 3“ (2007) in Gestalt von Topher Grace („Die wilden Siebziger“) dabei. Ursprünglich nur als schwarzes Kostüm für den Wandkrabbler eingeführt, das dieser in „The Amazing ­Spider-Man #252“ (1984) von Battleworld mitbrachte, offenbarte sich das Outfit später als Alien-Symbiont und avancierte zum ­perfekten Gegenstück zu Spidey. In Teil zwei hat nun Andy Serkis den Regiestuhl von Ruben Fleischer übernommen. Und „Gollum“ Serkis kennt sich durch seine Arbeit u. a. an der „Der Herr der Ringe“-­Trilogie (2001–2003) in der Effektlandschaft bestens aus. Und so sind die Tricks erstklassig – im Gegensatz zum Drehbuch, das voller Logik­löcher und halb garer One-Liner steckt. Dazu wirkt die Handlung durch die neunzigminütige Laufzeit nicht selten gehetzt, und die Charaktere sind nicht mehr als Staffage. Auch wenn Tom Hardy und „Zombieland“-Star Woody Harrelson alles an schauspielerischem Wahnsinn in die Waagschale werfen. Das amerikanische Publikum war dennoch begeistert. Am ersten Wochenende spielte der Film in den USA neunzig Millionen Dollar ein. Einem weiteren „Venom“-Abenteuer steht nichts mehr im Weg. Und nicht nur das: Demnächst dürfte auch Spider-Man den Chaos stiftenden Symbionten kennen­lernen.

DIESEN FILM WÄHLEN