Trailer zu ”Tully – Dieses verdammte Mutterglück”

Tully – Dieses verdammte Mutterglück

Charlize Theron stellt sich als erschöpfte Mutter dreier Kinder den Herausforderungen des Alltags
Eltern haben es nicht leicht – diese Erfahrung macht auch Marlo (Charlize Theron). Nachdem ihre Tochter Sarah und ihr verhaltensauffälliger Sohn Jonah bereits all ihre Aufmerksamkeit in Anspruch nehmen, bringt die Geburt ihres dritten Kinds das Leben der Mutter komplett durcheinander. Da ihr Mann Drew (Ron Livingston) als finanzieller Versorger der Familie tagsüber seinem Beruf nachgeht und abends lieber die Spielekonsole anschmeißt, als seine Frau zu unterstützen, muss Marlo neben dem Stillen, Wickeln und Füttern auch den Haushalt in Schuss halten und für Jonahs Platz an der Privatschule kämpfen. Als ihr wohlhabender Bruder Craig bemerkt, wie sehr sie mit ihren täglichen Aufgaben zu kämpfen hat, macht er seiner Schwester ein ungewöhnliches Geschenk. Mithilfe einer sogenannten Night Nanny sollen die schlaflosen Nächte, in denen Marlo schmutzige Windeln statt Schäfchen zählt, schon bald der Vergangenheit angehören. Da die postnatale Depression immer mehr die Oberhand gewinnt, nimmt Marlo das Angebot widerwillig an. Und so steht eines Abends Tully (toll: Mackenzie Davis) – eine lebensfrohe und souveräne Mittzwanzigerin – vor der Tür, die Müttern zu wohlverdientem Schlaf verhilft. Mit den Freuden und Sorgen der Jugend konfrontiert, lässt Marlo ihr bisheriges Leben Revue passieren und trauert den alten Zeiten nach, in denen grenzenlose Freiheit von Verantwortung verdrängt wurde. Schon nach wenigen Nächten entwickelt sich eine einzigartige Freundschaft zwischen den beiden Frauen, die neben Marlos Leben auch das ihrer Familie für immer verändern wird. Der kanadische Regisseur Jason Reitman („Juno“) und die Drehbuchautorin Diablo Cody („Young Adult“) liefern in ihrer dritten Zusammenarbeit eine außergewöhnliche und feinfühlige Dramödie, die weit mehr ist als ein humorvolles Porträt über Mutterschaft im 21. Jahrhundert. „Tully” ist eine Coming-of-Age-Geschichte, in der der Abschied von der eigenen Jugend eine wesentliche Rolle spielt. Wie in seinen bisherigen Filmen meistert es Reitman auch hier, dem Zuschauer intime Einblicke in das Seelenleben der Figuren zu gewähren. So fühlt man von Anfang an mit Marlo mit, ganz egal, ob man selbst Kinder hat oder nicht. Das ist zum großen Teil der leidenschaftlichen Performance von Charlize Theron zu verdanken, die den Film co-produziert hat und selbst zwei Adoptivkinder großzieht. Um sich auf die Rolle der überforderten Mutter vor­zubereiten, griff sie sowohl auf eigene Erfahrungen als auch auf die Erlebnisse ihrer Freundinnen zurück. „Ich habe nie eine Schwangerschaft durchlebt. Einige meiner besten Freundinnen litten allerdings an postnataler Depression und mussten nach der Geburt erst wieder zu sich selbst finden“, berichtet die 42-Jährige, die nach „Monster“ erneut einiges an Gewicht zunahm (rund 25 Kilogramm), um sich auch körperlich in eine frischgebackene Mutter zu verwandeln. Neben der Oscar-Preisträgerin begeistern hier auch die Darbietungen von Mackenzie Davis („Halt and Catch Fire“), deren Natürlichkeit der Handlung die nötige Leichtigkeit verleiht, und Ron Livingston („Conjuring – Die Heimsuchung“). Am Ende macht Reitman mit „Tully“ aber vor allem auf eines aufmerksam: Mütter sind keine Maschinen, sondern auf die Unterstützung ihrer Familien und Freunde angewiesen. Davon kann auch Charlize Theron ein Lied singen: „Meine Tully ist meine Mutter.“

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