Trailer zu ”The Promise – Die Erinnerung bleibt”

The Promise – Die Erinnerung bleibt

Wenn der Mob Amok läuft: Der neue Film mit Christian Bale ist ein Politikum
Dieser Film wird in der Türkei wenig Zustimmung finden: „The Promise“ von „Hotel Ruanda“-Autor Terry George thematisiert den armenischen Völkermord, der von der türkischen Regierung bis heute bestritten wird. Es ist der erste US-Film, der sich offen mit dem historischen Massenmord auseinandersetzt. Ausgangspunkt der Geschichte ist eine Dreiecksliebe. Der armenische Medizinstudent Mikael (Oscar Isaac) reist kurz vor dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs nach Konstantinopel (heute Istanbul), um dort seine Studien zu voll­enden. Dort lernt er einen amerikanischen Fotojournalisten (Christian Bale) und dessen Begleiterin Ana (Charlotte Le Bon) kennen. Mikael verliebt sich in Ana, doch dann beginnen bereits die rassistischen ­Ausschreitungen. Armenier sind ab sofort auf den Straßen nicht mehr sicher. Das historische Drama war schon im Vorfeld umstritten und wurde im Internet von mutmaßlich türkischen Trolls ungesehen mit Schmähkritiken und Negativwertungen überhäuft. Es ist ein großer, starker und mutiger Film. Bemängeln könnte man höchstens die allzu plakative Idealisierung des oberinvestigativen US-Reporters. Die Darstellung der Grausamkeiten geht über Fatih Akins thematisch benachbarten Film „The Cut“ weit hinaus, wenn auch die brutalsten Exzesse lediglich – oder glücklicherweise – nur in Dialogen verhandelt werden. In den USA war der Film leider ein kommerzieller Misserfolg.

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