The French Dispatch

Wes Anderson („Moonrise Kingdom“) erweckt eine Reihe von Reportagen zum Leben, die in einer amerikanischen Zeitschrift erscheinen
rthur Howitzer Jr. (Bill Murray), der Gründer und Verleger der US-Zeitschrift „The French Dispatch“, die in der französischen Stadt Ennui-sur-Blasé erscheint, ist gestorben. Seine Mitarbeiter treffen sich in seinem Büro, um einen Nachruf zu verfassen. Eine Sammlung von Kurzgeschichten und Reportagen soll im Mittelpunkt dieser letzten Ausgabe stehen: Velo-Reporter Herbsaint Sazerac (Owen Wilson) wird noch einmal die charmantesten und schäbigsten Ecken der Stadt aufsuchen. Die Kunstkennerin J. K. L. Berensen (Tilda Swinton) würdigt das Werk eines geistesgestörten Malers (Benicio Del Toro). Die ­Essayistin Lucinda Krementz (Frances McDormand) erinnert an den verträumten Anführer einer Studentenrebellion (Timothée Chalamet). Und der Universalgelehrte Rosebuck Wright (Jeffrey Wright) will den legendären Privatkoch Nescaffier (Stephen Park) porträtieren, als der Sohn des Polizeipräsidenten (Mathieu Amalric) von gemeinen Schurken entführt wird. Schon nach wenigen Minuten möchte man den neuen Film von Wes Anderson („Grand Budapest Hotel“) anhalten, um die Fülle an Details und Ideen in Ruhe zu studieren. Die verschachtelte Erzählweise und die unterschiedlichen Stilmittel (Schwarz-Weiß, Comicstrips) erzeugen ein fantasievolles Sammelsurium, das den Zuschauer immer wieder in Erstaunen versetzt. Doch die selbstgenügsame Virtuosität der Inszenierung kann nicht dar­über hinwegtäuschen, dass einen dieses Kuriositätenkabinett kaum berührt und eher gleichgültig zurücklässt.

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