Trailer zu ”The Disaster Artist”

The Disaster Artist

„The Room“ gilt als bester schlechter Film aller Zeiten. James Franco rekonstruiert die wilde Entstehung des Schundklassikers – und liefert als dessen exzentrischer Macher eine köstliche Tour de Farce.
Sie lernen sich 1998 in einem Schauspielkurs kennen. Greg Sestero (Dave Franco) ist eher schüchtern und bewundert den schrillen Tommy Wiseau (Golden Globe prämiert: James Franco), der auf der Bühne aus sich herausgeht. Gemeinsam ziehen sie nach Los Angeles, um ihr Glück beim Film zu versuchen. Sonnyboy Greg findet immerhin eine Agentin. Doch mit dem langmähnigen, mysteriösen Sonderling Tommy, der mit kuriosem Akzent spricht, angeblich aus New Orleans stammt (nie im Leben!) und aussieht wie ein Mix aus Jim Morrison und Dracula, kann niemand etwas anfangen. Also beschließt Tommy, seinen eigenen Film zu drehen. „The Room“ – Drehbuch, Produktion, Regie plus Hauptrolle: Wiseau – verschlingt sechs Millionen Dollar. Wie Tommy zu so viel Geld kommt, bleibt sein Geheimnis. Am Set mutiert er zum Diktator, die Dreharbeiten sind ein absurder Stümpermarathon. Tatsächlich feierte das Machwerk im Jahr 2003 seine bizarre Hollywood-Premiere: Für Tommy und Co-Star Greg völlig unerwartet geriet das peinliche Dreiecksdrama „The Room“ zum Lacherfolg und Trashhit, der noch heute in Mitter­nachtsvorstellungen zelebriert wird. Multitalent James Franco ist perfekt als Tommy Wiseau, dessen einziges Talent Selbst­überschätzung zu sein scheint. Grundlage für die Tatsachen­komödie sind Greg Sesteros Making-of-Memoiren „The ­Disaster Artist“. Sogar der echte Tommy Wiseau, der (wahrscheinlich) aus Polen stammt, sein Vermögen mit Lederjacken aus Südkorea gemacht haben will und im Film einen Cameo hat, bescheinigt Regisseur Franco einen Wahrheitsgehalt von 99,9 Prozent. Im Abspann stellt Franco Originalszenen aus „The Room“ und deren minutiöse Kopien mit dem „Disaster“-Team gegenüber. Sein größtes Verdienst ist jedoch nicht erschütternde Authentizität, sondern echte Zuneigung. „The Disaster Artist“ ist eine Farce mit Respekt: eine zärtliche Hommage an alle Unverbesserlichen, die fest an sich glauben, auch wenn es sonst keiner tut – und an das Filmemachen selbst. „Sogar der schlimmste Tag an einem Filmset ist immer noch besser als ein guter Tag irgendwo anders“, sagt eine geplagte „The Room“-Darstellerin. Und spricht damit wohl auch dem enthusiasti­schen Workaholic James Franco aus der Seele.

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