Trailer zu ”The Dinner”

The Dinner

Zwei Ehepaare treffen sich zu einem nerven­auf­reibenden Abend­essen, um über das Schicksal ihrer straffällig gewordenen Söhne zu beraten
Die verstörende Musik und die zersplitterten Bilder, die im Vorspann zu sehen sind, wecken dunkle Vorahnungen. Paul (Steve Coogan) hat nicht die geringste Lust, mit seinem ungeliebten Bruder, dem einflussreichen Abgeordneten Stan (Richard Gere), und dessen Frau Katelyn (Rebecca Hall) in einem sündhaft teuren Restaurant essen zu gehen. Doch seine Frau Claire (Laura Linney) besteht darauf, dass er an dem Treffen teilnimmt, schließlich gibt es ernste Probleme mit dem Nachwuchs. Die beiden 16-jährigen Söhne haben ein schreckliches Verbrechen begangen, wurden als Täter aber noch nicht identifiziert. Für die Eltern stellt sich nun die Frage, ob sie die Tat vertuschen sollen. Was würde es für das spätere Leben ihrer Sprösslinge bedeuten, wenn sie ungestraft davonkämen? Andererseits könnte Stan seine Ambitionen auf den Posten des Gouverneurs vergessen, wenn die Jungs vor Gericht gestellt werden. Während sich die beiden Ehepaare zwischen Aperitif und Dessert einen bissigen Schlagabtausch liefern und dabei allmählich alle Masken fallen, lässt Regisseur Oren Mo­verman (siehe rechts) den Zuschauer in die seelischen Abgründe der Figuren blicken. In einzelnen Rückblenden werden – neben dem Verbrechen selbst – auch die Hintergründe und Ursachen für die beschädigten Beziehungen enthüllt. Auch wenn Moverman manche Analogie allzu sehr strapaziert – der Film erinnert an einen Ausflug der zerstrittenen Brüder nach Gettysburg, wo 1863 eine der entscheidenden Schlachten des Amerikanischen Bürgerkriegs stattfand –, so gelingt ihm doch ein ebenso raffiniertes wie hochgradig aktuelles Lehrstück über das Ende der Moral.

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