Trailer zu ”The Dead Don't Die”

The Dead Don't Die

Jim Jarmuschs hochkarätig besetzte Horrorkomödie ist eine Hommage ans Genre des Zombiefilms.
Ein wirklich netter Ort – „A Real Nice Place“ steht auf dem Ortseingangsschild von Centerville in Jim Jarmuschs lakonischer Zombiekomödie „The Dead Don’t Die“, in deren Verlauf die auf dem Schild genannte Bevölkerungszahl („Population: 738“) mit Sicherheit nach unten korrigiert werden wird. Obwohl: Einige bereits Verstorbene müssten ja wieder aufaddiert werden… In Centerville kommen die Toten nämlich zurück – und verlangen nach Fashion, WLAN und Kaffee… Nicht aktuelle Filme oder Serien wie „The Walking Dead“ dienten Jim Jarmusch als Bezugspunkt, sondern George A. Romero. Der 2017 verstorbene Regisseur von „Die Nacht der lebenden Toten“ und „Zombie“ gilt als Urvater des Genres. Das bestätigt auch Jarmusch am Rande der Weltpremiere in Cannes im Mai: „Romero ist immer noch der Maßstab. Wir haben eine Menge Referenzen an sein Werk in diesem Film untergebracht.“ Dabei ist Jarmuschs Interesse nicht allein auf das Genre beschränkt, auch wenn er betont, dass er jeden Romero-Film gesehen habe: „Es gibt viele Horrorregisseure, die ich mag, auch aktuelle wie Sam Raimi.“ Ein großer Fan sei er schon immer von „Dracula“ gewesen. 2013 hatte Jarmusch die Vampirliebesgeschichte „Only Lovers Left Alive“ gedreht, mit Tilda Swinton. Die war nicht verwundert, dass Jarmusch sie jetzt wieder zum Horrordreh einlud: „Schon damals dachte ich: Wetten, dass Jim bald einen Zombiefilm macht?“ In Centerville macht sich die so ziemlich undynamischste Polizeitruppe (Bill Murray, Adam Driver, Chloë Sevigny) an die Aufklärung der Todesfälle und weiß: „Das geht nicht gut aus.“ Großartig abgedreht: Swinton als schräge Bestatterin mit Samuraischwert. Jarmusch und seinem grandiosen Ensemble gelingen wunderbare Momente, Insiderwitze und Seitenhiebe auf die aktuelle Regierung. Wirklich böse zugespitzt ist das nicht, aber sehr unterhaltsam.

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