Trailer zu ”Tenet”

Tenet

Der Zeitumkehr-Thriller von Christopher Nolan soll die Fans ins Kino zurückholen
Bei einem Rettungseinsatz in Kiew wird ein CIA-Agent, der sich selbst als Protagonist bezeichnet (John David Washington), gefangen. Er schluckt eine vermeintliche Suizidpille, um nicht zum Verräter zu werden, bleibt aber am Leben. Dies qualifiziert ihn für das streng geheime CIA-Projekt „Tenet“: Aus der Zukunft scheint eine Strahlung in die Welt der Gegenwart zu gelangen, welche die Zeit von Objekten wie etwa Patronenhülsen rückwärts ablaufen lässt. Der englisch-russische Oligarch Andrei Sator (recht plump in seiner Bösartigkeit: Kenneth Branagh) scheint etwas damit zu tun zu haben, und so nimmt der Protagonist Kontakt mit dessen Ehefrau Katherine (kühl, aber intensiv: Elizabeth Debicki) auf. „Tenet“ hat zunächst einen eher konventionellen Spionage-Plot, der an 007 und „Mission: Impossible“ mit einem Hauch „Ocean‘s 11“ erinnert. Er führt seine Hauptfigur über den ganzen Erdball, um die Menschheit zu retten: Mumbai, London, Oslo, Tallinn, die norwegische und die Amalfi-Küste sowie Sibirien und Vietnam... Der Unterschied liegt in der cleveren Bedrohung, und in der Konsequenz, mit der hier die Zeitumkehr filmisch dargestellt wird. So erlebt der Protagonist eine Auto-Verfolgungsjagd ein zweites Mal, indem er umgekehrt in seinem Auto dahinrast. Unterstützt wird das Ganze von einem treibenden Soundtrack und ultrarealistischen Bildern – so etwas kann heutzutage nur noch Christopher Nolan drehen! In dem Marvel-Hit „Doctor Strange“ (2016) gab es am Ende eine ähnliche Kampfszene, bei der aber nachträglich viele Computereffekte eingesetzt wurden. Der Druck auf „Tenet“ war hoch, zunächst einmal, weil Nolan sich immer selbst toppen will, und dann, weil dieser Film der erste postpandemische Blockbuster werden muss. Beiden Ansprüchen wird er nicht ganz gerecht. Dazu wird das Thema der Zeitwahrnehmung etwas zu verkopft und unemotional angesprochen.

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