Trailer zu ”Suspiria”

Suspiria

Der Italiener Luca Guadagnino („Call Me by Your Name“) macht aus Dario Argentos farbenprächtigem Albtraum „Suspiria“ einen epischen Schocker in entsättigten Farbtönen
Dario Argentos „Suspiria“ aus dem Jahr 1977 gilt nicht zuletzt aufgrund seiner expressionistischen Herangehensweise als Meisterwerk des Horrorgenres. Regisseur Luca Guadagnino („A Bigger Splash“) hat sich nun an eine Interpretation des Klassikers gewagt. Die Handlung ist im Wesentlichen die gleiche geblieben, wurde jedoch von Freiburg nach Berlin verlegt. Während die RAF 1977 ihr Unwesen treibt, wird die junge Amerikanerin Susie Bannion (Dakota Johnson) auf der renommierten Tanzakademie Markos aufgenommen. Hinter den Mauern der ehrwürdigen Schule geht es allerdings nicht mit rechten Dingen zu. Mitschülerinnen verschwinden und kommen zu Tode. Bei ihren Nachforschungen stößt Susie auf ein schreckliches Geheimnis. In den ersten neunzig Minuten versteht es Guadagnino, das komplexe Geschehen zu einem spannenden und visuell verführerischen Netz zu verweben. Der Film steigert sich zu einem wahnsinnigen Albtraum, der jedoch nach hypnotischem Beginn in ein etwas übertriebenes Finale mündet. Die ausgefeilten Tanzsequenzen, die eindrucksvoll körperliche Schönheit mit verstörender Gewalt verbinden, sind dabei schlichtweg atemberaubend. Doch auch die können nicht darüber hinwegtrösten, dass dieses insgesamt gelungene Remake um satte vierzig Minuten zu lang geraten ist. Wer genug Aus­dauer mitbringt, wird allerdings mit einem einzig­artigen Kinoerlebnis belohnt.

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