Stan & Ollie

John C. Reilly („Der Gott des Gemetzels“) und Steve Coogan („Philomena“) schlüpfen in die Rollen des berühmtesten Komikerduos der Filmgeschichte
Stan Laurel (Steve Coogan) und Oliver Hardy (John C. Reilly) waren einst ein gefeiertes Komikerduo, bekannt auf der ganzen Welt. Aber langsam scheint sich auch ihre große Karriere dem Ende entgegenzuneigen. Um die Zeit bis zu einem neuen Filmprojekt zu überbrücken, reisen die beiden Showgrößen nach England. Der windige Promoter Bernard Delfont (Rufus Jones) hat eine Bühnentour durch das gesamte Königreich organisiert, die allerdings nur langsam in die Gänge kommt. Die Vorstellungen sind zu Beginn kaum besucht. Durch körperlich belastende Werbeauftritte bringen die in die Jahre gekommenen Komiker die Sache dann doch noch ins Rollen – nur zwischen den beiden häufen sich die Konflikte. „Dick und Doof“ – wie sie bei uns hießen – sind das berühmteste „Odd Couple“ der Film­geschichte und prägen mit ihrem unnach­ahmlichen Timing das Genre der Komödie bis heute. Der von Jon S. Baird („Drecksau“) un­aufgeregt und warmherzig inszenierte Film kon­zentriert sich auf die letzten Jahre des Duos in den 1950ern, ihre Arbeit am Bühnenprogramm und ihren persönlichen, mitunter schrulligen Umgang miteinander, der streckenweise an ein altes Ehepaar erinnert. In Steve Coogan und John C. Reilly hat Jon S. Baird dafür zwei nicht nur ­äußerlich perfekte Hauptdarsteller gefunden. Beide liefern eine beeindruckende Leistung ab und unterstreichen in ihren Performances die Symbiose der beiden Männer. Stan ohne Ollie, Ollie ohne Stan: unvorstellbar. Sicherlich, spannend ist die Geschichte nicht. Dafür ist das Ende allzu bekannt. Aber darum geht es auch nicht. Der Film zielt aufs Herz, will in seinen kleinen menschlichen Momenten ­daran erinnern, wie wichtig wahre Freundschaft ist. Wie nebenbei entfaltet das Biopic zudem den Zauber der alten Sketche und bringt die Magie des Duos damit auch Generationen näher, die von den beiden Sonderlingen noch nie gehört haben. Dass sich der Film dabei an der einen oder anderen Stelle wiederholt, sei ihm verziehen.

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