Trailer zu ”Song to Song”

Song to Song

Kinovisionär Terrence Malick verliert sich erneut in einer Flut aus teils zwingenden, teils willkürlichen Bildern. Diesmal geht es um eine Dreiecksbeziehung in der Musikszene von Austin, Texas
Nach „To the Wonder“ und „Knight of Cups“ hat wohl niemand erwartet, dass „Song to Song“ eine stringente, leicht zugängliche Geschichte erzählen würde. Auch der neue Film von Terrence Malick besteht aus assoziativen Bildern und Momentaufnahmen. Off-Kommentare sollen die zersplitterte Handlung struk­tu­rieren, während die Darsteller in teils improvisierten Szenen oft wortlos umeinanderkreisen. Rooney Mara spielt die Nachwuchsmusikerin Faye, die sich in einen Songwriter (Ryan Gosling) verliebt und sich gleichzeitig auf eine Affäre mit einem Produzenten (Michael Fassbender) einlässt, von dem sie sich einen Plattenvertrag erhofft. Im Verlauf des Films kommt es zu weiteren amourösen Verwicklungen (u. a. mit Cate Blanchett und Natalie Portman). Irgendwie scheint alles gleich wichtig zu sein. Die existenziellen Fragen des Lebens und die wehenden Vorhänge, die protzigen Villen und die Sonnenuntergänge. Wie verschwenderisch Malick mit seinem Material umgeht, zeigen die vereinzelten Fes­tivalszenen mit Iggy Pop oder den Red Hot Chili Peppers, die nur für wenige Sekunden zu sehen sind. Für den lustigsten Moment sorgt Val Kilmer als durchgeknallter Rockstar mit Kettensäge, für den aufrichtigsten Patti Smith, die in dieser endlosen Flut aus Oberflächen­reizen ihre innersten Gefühle preisgibt. Vor der diesjährigen Echo-Verleihung kam Jan Böhmermann auf die Idee, fünf Schimpansen aus den Textbausteinen deutscher Songpoeten einen eigenen Hit komponieren zu lassen. Das Lied, das dabei herauskam, ergibt nicht viel mehr Sinn als die Bilder, die Malick hier an­einandergeschnitten hat: „Ich brauch mal wieder Zeit mit dir. Das Schwarze mit der blonden Seele. Der gute Stern auf allen Straßen.“

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