Trailer zu ”Solange ich atme”

Solange ich atme

Ein erwachsener Mann erkrankt an Kinderlähmung. Wie er sich durch die Liebe seiner Frau ins Leben zurückkämpft, zeigt das Regiedebüt von Andy Serkis – nach ergreifenden Tatsachen
Robin Cavendish (Andrew Garfield) ist frisch verheiratet und wird bald Vater, als er buchstäblich zusammenbricht. Diagnose: Polio. Mit Ende zwanzig ist sein Leben vorbei. Robin ist vom Hals abwärts gelähmt, muss permanent beatmet werden und wird das Krankenhausbett nie mehr verlassen können. Die Ärzte geben ihm kein halbes Jahr, die Infektionskrankheit ist 1960 noch unheilbar. Robin will nur sterben, doch seine Frau Diana (Claire Foy) fordert ein, dass er seinen Sohn aufwachsen sieht. Unter Protest der Mediziner holt sie ihren Mann nach Hause. Ihr Freund Teddy Hall gibt Robin sogar ein großes Stück Bewegungsfreiheit zurück: Der schrullige Oxford-Professor bastelt einen Rollstuhl mit batteriebetriebenem, also mobilem Beatmungsgerät. Robin geht sogar auf Reisen – und Teddys „Cavendish Chair“ in Serie. Beide leisten damit Pionierarbeit für Tausende Patienten, die in der Eisernen Lunge dahinvegetieren. Okay, der Anfang ist kitschig. Das junge Paar lebt eine Weile in Kenia, bevor es nach England zurückkehrt, die Kamera schwelgt in Postkartenromantik. Aber dann … Das Drama funktioniert wie „Die Entdeckung der Unendlichkeit“ mit Eddie Redmayne als Stephen Haw­king: Es erzählt die wahre Geschichte einer Liebe, die alles überwindet – mit Einfallsreichtum und trockenem Humor. So verkraftet Diana auch das Desinteresse der Ärzte, die Robin längst aufgegeben haben. Szenario bei der Chefvisite: „Wie geht’s uns heute?“ – „Wir wollen sterben.“ – „Na bestens!“ Das Biopic war von Anfang an eine Herzensangelegenheit, und das merkt man ihm an: Produzent Jonathan Cavendish („Elizabeth – Das goldene Königreich“) ist der Sohn von Diana und Robin und hatte bereits ein Drehbuch in Auftrag gegeben, als er mit Andy Serkis die Produktionsfirma The Imaginarium gründete. Ihr überfälliges Motion-Capture-Werk „Mogli“ soll im Oktober endlich starten. Nun ist also „Solange ich atme“ die erste Regie­arbeit von Mo-Cap-Spezialist Serkis geworden – ohne CGI, dafür aber mit starken Darstellern: Der frühere „Amazing Spider-Man“ Andrew Garfield und „The Crown“-Queen Claire Foy sind ein Traumpaar.

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