Trailer zu ”Jean Seberg – Against All Enemies”

Jean Seberg – Against All Enemies

Kristen Stewart verwandelt sich in die Nouvelle-Vague-Ikone Jean Seberg, die wegen ihrer Unterstützung der Black Panther Party vom FBI beschattet und bedroht wurde
Sie war das Gesicht des neuen französischen Kinos und verzauberte eine ganze Generation von Filmfans. Jean Sebergs Karriere begann im Jahr 1957, als sie unter 18 000 Bewerberinnen für die Hauptrolle in Otto Premingers „Die heilige Johanna“ ausgewählt wurde. Es war allerdings Jean-Luc Godards Regiedebüt „Außer Atem“ (1960), das sie zur international gefeierten Ikone machen sollte. Doch so märchenhaft ihr Leben als Nouvelle-Vague-Star seinen Anfang nahm, so tragisch endete es 1979, als die Schauspielerin tot auf der Rückbank ihres Wagens aufgefunden wurde. Schlaftabletten und ein Abschiedsbrief deuteten auf Selbstmord hin. Ihr zweiter Ehemann, der französische Schriftsteller Romain Gary („Frühes Ver­sprechen“), machte dagegen den amerikanischen Geheimdienst für Sebergs Tod verantwortlich. Die genauen Umstände sind bis heute ungeklärt. Der australische Regisseur Benedict Andrews taucht nun in eben jene Zeit ein, in der ihre Leidensgeschichte begann. Ende der 1960er-Jahre macht Jean Seberg (Kristen Stewart) die Bekanntschaft von Hakim Jamal (Anthony Mackie), einem entfernten Verwandten von Malcolm X. Schnell wird sie zur Hauptunterstützerin der Black Panther Party, was sie wiederum zur Zielscheibe von J. Edgar Hoover und dem FBI macht. Mit Drohanrufen, Abhörmaßnahmen und Falschmeldungen will der Geheimdienst die Schauspielerin einschüchtern – und schreckt vor keinem Mittel zurück. 1974 drang die Überwachung Sebergs dank dem Freedom of Information Act an die Öffentlichkeit. Das fesselnd inszenierte Thrillerdrama rekonstruiert die schrecklichen Ereignisse im Leben der amerikanischen Mode- und Leinwandikone und füllt die Lücken mit spekulativen Elementen. So steht neben Seberg auch der ehrgeizige FBI-Agent Jack Solomon (Jack O’Connell) im Mittelpunkt der Handlung, der von seinen Vorgesetzten auf die Schauspielerin angesetzt und wie der Zuschauer im Kinosaal zu einem unbemerkten Beob­achter des Stars wird. Kristen Stewart („3 Engel für Charlie“) verkörpert Jean Seberg mit umwerfender Präsenz und Akkuratesse und verschmilzt geradezu mit ihr. Mit großer Leidenschaft verwandelt sie sich in eine Frau, die gesellschaftliche Ketten sprengen will – und deren Leben systematisch zerstört wird. Zwar mag das ein oder andere Kapitel ihrer dramatischen Geschichte ein wenig zu hastig auserzählt sein, trotzdem bleibt der gebannte Zuschauer ein ständiger Begleiter auf ihrem Weg in eine gefährliche Abwärtsspirale aus Depression, Verfolgungswahn, Alkohol und Drogen, aus der es kein Entkommen gibt.

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