Trailer zu ”Scary Stories to Tell in the Dark”

Scary Stories to Tell in the Dark

Nur bedingt für Kinder geeignet: Regisseur André Øvredal und Produzent Guillermo del Toro haben sich amerikanischer Schauermärchen angenommen
Finstere Geschichten, die man nicht im Dunkeln erzählt, kennt eigentlich jeder. Der US-Autor Alvin Schwartz kannte mindestens 82, denn so viele hat er zwischen 1981 und 1991 in drei Gruselbüchern für Kinder veröffentlicht. Das erste trägt den Titel „Scary Stories to Tell in the Dark“ und eine Zeichnung des Illustrators Stephen Gammell auf dem Cover: für Guillermo del Toro („The Shape of Water“) eine unwiderstehliche Kombination, als er im Teenageralter die Storysammlung beim Stöbern in einem Buch­laden entdeckt, wie sich der Filmemacher über dreißig Jahre später im Gespräch mit CINEMA erinnert. Natürlich hat er sich auch die beiden anderen Bände gekauft – und nun als Produzent und Co-Autor des Skripts bei der Adaption von Schwartz’ Gruselversion „traditioneller Lagerfeuergeschichten“ mitgewirkt. Es ist Halloween 1968, in der US-Kleinstadt Mill Valley schleicht sich Stella (Zoe Margaret Colletti) mit ihren Freunden in ein lange verlassenes Haus, das einst der Familie Bellows gehörte. In einem Verlies finden die Jugendlichen ein handgeschriebenes Buch mit schaurigen Erzählungen – geschrieben von Sarah Bellows (Kathleen Pollard), der Tochter der Familie. Stella kann nicht widerstehen und nimmt das Notizbuch mit, nicht ahnend, welches Unheil sie damit heraufbeschwört. Denn am Ende jeder Geschichte verschwindet jemand auf grausame Weise. Und viele Seiten sind noch unbeschrieben – die sich aber bald wie von Geisterhand mit neuen Storys füllen. Und die verbreiten einen wunderbaren Retro-Charme, nicht nur wegen des detailverliebten 1960er-Jahre-Settings und des Sammelsuriums klassischer Horrormotive wie Vogelscheuchen, böser Geister und einer blinden Hellseherin. Den gelungenen, zum Teil überraschenden Effekten haftet etwas Altmodisches an, wobei Regisseur André Øvredal („Trollhunter“) auf Gänsehaut- statt auf Slashermomente setzt. Ein bisschen eklig darf es dann aber auch sein. Und latent gesellschaftskritisch. Auch wenn die Story dem wenig originellen Dezimierungsprinzip folgt, die visuelle Ästhetik und die sympathisch gezeichneten Charaktere sind definitiv Pluspunkte.

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