Trailer zu ”Polizeiruf 110: Tatorte”

Polizeiruf 110: Tatorte

TV-Krimidrama von Regisseur Christian Petzold („Transit“), der packend und hochsensibel Matthias Brandts Abschied aus der Reihe inszenierte.
Das Kino ist hier ein unwirtlicher Ort. Aufgestaute Gefühle entladen sich in einem Durchgangsraum. So gleichnishaft beginnt dieser Krimi: Nicht auf, sondern vor der Leinwand ist ein Mord geschehen. Mit fünf Schüssen wurde eine Psychiaterin vor den Augen ihrer kleinen Tochter auf dem Parkplatz eines verlassenen Autokinos hingerichtet. Das traumatisierte Mädchen konnte dem Täter gerade noch entkommen – indem es hinter die Leinwand floh. Nun flattert um das Auto der Ermordeten das Plastikabsperrband der Polizei im tosenden Frühlingswind. Kriminalhauptkommissar von Meuffels (Brandt) verschafft sich einen Eindruck vom Tatort, wo er auch das erste Mal auf seine neue Kollegin Nadja (Maryam Zaree) trifft. Die ist zielstrebig, anmutig und aktiv bemüht, zu von Meuffels rasch einen guten Draht zu entwickeln. Dafür hat er aber gerade kein Ohr, weil seine Gedanken einzig um eine Frage kreisen: Wie kann er seine Ex-Kollegin und Geliebte Constanze (Barbara Auer) nach der Trennung zur Rückkehr bewegen? Als sich herausstellt, dass es sich bei dem Mord offensichtlich um eine Beziehungstat gehandelt haben muss – es ging um Sorgerechtsfragen, Sexfotos und Erpressung –, scheint der Fall gelöst, zumal die einzige Zeugin ihren Vater belastet. Und doch stören von Meuffels Ungereimtheiten. Jemand wie Constanze, eine geniale Fallanalytikerin, könnte sich vielleicht einen Reim drauf machen… Nach „Kreise“ (2015) und „Wölfe“ (16) bildet „Tatorte“ den Abschluss der eingekapselten Petzold-Trilogie innerhalb der Reihe, aus der sich Brandt nunmehr komplett verabschiedet. Einmal mehr erweist sich der Filmemacher als kluger Menschen- und Kinokenner, dessen Gespür für Stimmungen und Sprache den ganz großen Unterschied macht.

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