Trailer zu ”Peppermint – Angel of Vengeance”

Peppermint – Angel of Vengeance

„Alias“-Star Jennifer Garner kehrt ins Actionfach zurück: Auf eigene Faust führt sie einen brutalen Guerillakrieg gegen die Mörder ihrer Familie
Gerade noch rechtzeitig, glaubt Chris, hat er sich eines Besseren besonnen. Ein Freund wollte ihn anheuern, um den Drogenboss Diego Garcia übers Ohr zu hauen. Chris sagt zunächst zu, macht im letzten Moment aber einen Rückzieher. Doch sein Sinneswandel kommt zu spät. Vor den Augen seiner Frau Riley (Jennifer Garner) wird er von einem Killerkommando des Drogenbarons liquidiert, und auch seine kleine Tochter Carly stirbt im Kugelhagel der Gangster. Als Riley, die bei dem Attentat schwer verletzt wurde, nach einem Monat aus dem Koma erwacht, gelingt es ihr, die drei Schützen zu identifizieren. Der zuständige Richter weigert sich allerdings, ein Verfahren gegen die Angeklagten zu eröffnen. Die Beweis­lage, so die fadenscheinige Begründung, sei zu dünn. Offensichtlich ist die Furcht vor Garcia so groß, dass sich auch Polizei und Justiz nicht trauen, gegen ihn zu ermitteln. Verzweifelt beschließt Riley, das Gesetz in die eigene Hand zu nehmen, um für Gerechtigkeit zu sorgen. In den nächsten fünf Jahren wird sich die gesetzestreue Bürgerin in eine Guerillakämpferin verwandeln, die nach L. A. zurückkehrt, um Garcias Kar­tell zu zerschlagen und seine willfährigen Helfer zur Rechenschaft zu ziehen. „96 Hours“-Regisseur Pierre Morel weiß, wie man eine schlichte Geschichte mitreißend und spannend erzählt. Er verzichtet auf nebensächliche Details, erzählt in Andeutungen und lässt es im entscheidenden Moment ordentlich krachen. Mit Jennifer Garner steht ihm zudem eine Hauptdarstellerin zur Verfügung, die ihre Kampfkünste u. a. in der TV-Serie „Alias – Die Agentin“ unter Beweis gestellt hat. (Lesen Sie auch unseren Setbericht in Heft 11/18.) Dass Riley auch noch die Zeit findet, trinkende Familienväter zur Räson zu bringen, und ganz nebenbei zum Schutzengel der Obdachlosen avanciert, ist ein kluger Schachzug. Denn so sichert sich Morel auch die Sympathien jener Zuschauer, die beim Thema Selbstjustiz rotsehen. Im wahren Leben mag die Vorstellung, dass selbst ­erklärte Gerechtigkeitsfanatiker auf eigene Faust für Ordnung sorgen, etwas Beängs­tigendes haben. Doch im Kino erfüllt es ­einen dann doch mit einer gewissen Genugtuung, wenn die Schurken gewaltsam zur Strecke gebracht werden. Das ist – allen moralischen Vorbehalten zum Trotz – der entscheidende Unterschied zwischen Realität und Fiktion.

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