Trailer zu ”Papillon”

Papillon

In der Straf­kolonie: das Remake eines Klassikers aus den 70ern
Als Henri Charrières „Papillon“ 1969 veröffentlicht wurde, entwickelte sich das in 28 Sprachen übersetzte Buch zum Weltbestseller. Franklin J. Schaffner („Planet der Affen“) hat den autobiografischen Roman vier Jahre später verfilmt. Seine Adaption mit Steve McQueen und Dus­tin Hoffman zählt zu den Kino­klassikern der Siebzigerjahre. Mi­chael Noers Neuverfilmung beruft sich nicht nur auf die Buchvorlage, sondern auch auf das Originaldrehbuch von Dalton Trumbo („Exodus“). Erzählt wird die Geschichte des zu Un­recht verurteilten Papillon (nun gespielt von Charlie Hunnam), der 1931 auf eine Gefängnisinsel in Französisch-­Guayana verbannt wird. Auf der Überfahrt lernt er den Wertpapierfälscher Dega (tiefgründiger als Dustin Hoffman: Rami Malek, demnächst als Freddie Mercury in „Bohemian Rhapsody“) kennen, der den Angriffen der Häftlinge wehrlos ausgeliefert ist. Papillon über­redet ihn zu einer Abmachung: Er will dem Betrüger Schutz gewähren, wenn der im Gegenzug seine Flucht­versuche finanziert. Nach der An­kunft in der Strafkolonie verhindert Papillon, dass Dega von einem Wärter zu Tode geprügelt wird, doch dafür zahlt er einen hohen Preis: zwei Jahre Einzelhaft. Charrières „Papillon“ feiert den unerschütterlichen Lebenswillen eines Gefangenen und den Wert der Freundschaft unter inhumanen Bedingungen. Michael Noers Remake wirkt in seiner zupackenden, teils strafferen Erzählweise zunächst kraftvoller als das epische Original. Doch für die Darsteller waren die Dreharbeiten mit Sicherheit weniger strapaziös als für ihre Vorbilder: So ausgemergelt wie Steve McQueen nach mehrjähriger Dunkelhaft sieht Charlie Hunnam zu keiner Zeit aus. Dass in der Neuauflage erzählt wird, warum Papillon zu lebenslanger Haft verurteilt wurde, ist auch schon der größte Unterschied zur Vorlage von 1973, deren Bilder sich in vielen Sequenzen kaum voneinander unterscheiden. Am Ende fragt man sich dann doch, warum dieser Klassiker noch einmal verfilmt wurde. Michael Noer macht nichts falsch, er fügt dem Original aber auch kaum etwas hinzu.

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