Nowhere Special

Ein Vater, der in Kürze sterben wird, sucht eine neue Familie für seinen Sohn
Kurz nach der Geburt ihres Sohnes hat sich seine Freundin nach Russland abgesetzt. Seitdem kümmert sich der nordirische ­Fensterputzer John (James Norton) allein um den inzwischen vierjährigen Michael. Der Junge versteht nicht, warum sie ständig fremde Menschen besuchen müssen. Geht es wirklich darum, neue Freunde zu finden? Was Michael nicht ahnt: John leidet unter einem Hirntumor und sucht in den wenigen Monaten, die ihm noch bleiben, eine neue Familie für Michael. Doch wie soll er das seinem Sohn erklären? Der aktuelle Film von Uberto Pasolini („Mr. May und das Flüstern der Ewigkeit“), der von wahren Ereignissen inspiriert wurde, ist ein faszinierendes Beispiel für die erzählerische Kraft des europäischen Kinos. Wohl kein Hollywood-Regisseur wäre in der Lage gewesen, dieses herzzerreißende Drama, das in seiner unaufdringlichen Erzählweise an die Filme von Ken Loach („Sorry We Missed You“) erinnert, so feinfühlig und unsentimental in Szene zu setzen. Die Frage, für welche Familie sich John am Ende entscheidet, bewegt den Zuschauer von der ersten bis zur letzten Minute. Selten wurde eine so traurige Geschichte auf so beglückende Weise erzählt.

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