Trailer zu ”Nocturama”

Nocturama

Jugendliche Attentäter erklären dem Kapitalismus den Krieg und flüchten sich ins Konsumparadies eines Kaufhauses
Die Kamera folgt den Jugendlichen durch die Stadt. Wenn sie in der Metro aufeinandertreffen, wechseln sie verschwörerische Blicke und gehen wieder auseinander. Sie sind zwischen 17 und 22, kommen aus der Vorstadt und aus den bürgerlichen Vierteln von Paris. Ihre Ziele sind ein Bankgebäude in La Défense, das Innenministerium, die vergoldete Reiterstatue der Jeanne d’Arc an der Place des Pyramides. Wenige Stunden später explodieren zeitgleich mehrere Bomben. Der neue Film von Bertrand Bonello („Saint Laurent“) entwickelt in der ersten Hälfte einen ungeheuren Sog, bevor er im zweiten Teil auf beunruhigende Weise zur Ruhe kommt. Dass sich die Jugendlichen über Nacht in einem Luxuskaufhaus verstecken, mag als dramaturgisches Konzept überzeugen – die verhasste Welt des Kapitalismus wird für einen kurzen Moment zu einem Ort absoluter Freiheit –, entbehrt allerdings jeder Handlungslogik. Viel schlauer wäre es gewesen, sich in alle Richtungen zu zerstreuen. Dass Bonello eher an einem intellektuellen Diskurs als an einem stimmigen Drehbuch interessiert war, führt im Verlauf des Films zu weiteren Ungereimtheiten.

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