Lincoln

Steven Spielberg erinnert an das Ende der Sklaverei, Daniel Day-Lewis brilliert als US-Präsident.
Steven Spielbergs Film beschränkt sich auf die letzten Monate im Leben des 16. US-Präsidenten Abraham Lincoln und seinen Kampf für die Abschaffung der Sklaverei. Das Eigentumsrecht auf Sklaven war in der amerikanischen Verfassung festgeschrieben. 1860 wurde Abraham Lincoln (Daniel Day-Lewis), der die Sklaverei zunächst nicht verbieten, sondern nur beschränken wollte, zum Präsidenten gewählt - was insgesamt elf Bundesstaaten zum Austritt aus der Union veranlasste. Als die konföderierten "Sklavenhalterstaaten" US-Militärstützpunkte auf ihrem Gebiet besetzten, kam es zum Bürgerkrieg, der bis zum Sommer 1865 über 650 000 Menschenleben forderte. Die Kriegshandlungen selbst werden nur angedeutet, Spielbergs Schlachtfeld ist das Repräsentantenhaus in Washington, wo sich die progressiven Republikaner mit den damals noch konservativen Demokraten erbitterte Wortgefechte liefern. Sein Fokus richtet sich auf die diplomatischen Winkelzüge und die schmutzigen Tricks, mit denen Lincoln - und schließlich auch sein parteiinterner Rivale, der Abgeordnete Thaddeus Stevens (brillant: Tommy Lee Jones) - versuchen, die Opposition von ihrem Vorhaben zu überzeugen: das Ende der Sklaverei durch einen Zusatzartikel in der Verfassung zu verankern.