Julia Dietze ist die Entdeckung in der neuen Folge von "Kreutzer kommt..."

Scharfe Schwester

Julia Dietze ist der Star der Stunde. Seit dem Erfolg des Kult-Science-Fiction-Films "Iron Sky" über Nazis auf dem Mond ist die 31-Jährige auch international gefragt
Erst die Naziblondine vom Mond und nun in "Kreutzer kommt..." die Sexbesessene von der Chaosklinik: Bewerbungsschreiben für den nächsten Lieb-und-nett-Star für 20.15 Uhr sehen anders aus. Aber da will Julia Dietze auch gar nicht hin.

Spätestens seit dem Erfolg der finnisch-deutschen Trashsatire "Iron Sky" über Hitlers Erben auf dem Erdtrabanten hat die Deutschfranzösin, die in Marseille zur Welt kam und in München aufwuchs, internationales Format. Man braucht ihr nur zwei Minuten gegenüberzusitzen, dann versteht man den Grund. Die Frau ist pure Bioenergie. 100 Prozent natürlich, ohne fremde Zusatzstoffe wie Starallüren.

Beim Gespräch im Kreuzberger Szenerestaurant Atlas Pancakes springt die 31-Jährige vom Tisch auf, geht zur Wand und zeigt, wie sie spielt, wenn sie einen Raum voller Damönen betritt. Umwerfend. Schade, dass ihr Lieblingsregisseur Darren Aronofsky ("Black Swan") dies nicht sehen kann.

Die 31-Jährige hat eine ungewöhnliche Methode, um sich auf Rollen vorzubereiten: Sie stellt sich ein passendes Tier vor. Bei "Iron Sky" dachte sie an einen Schwan, bei "Kreutzer kommt..." an eine Spinne. Und an Brittany Murphy im Drogenfilm "Spun": "Ich habe schon bei der Lektüre des Kreutzer-Drehbuchs gemerkt, dass ich Gas geben muss. Die Frau lebt doppelt so schnell wie die anderen."

Das kriegt auch Kommissar Kreutzer (Christoph Maria Herbst) zu spüren, dem sie blitzschnell die Klamotten vom Leib streift. Die Szene ist wie ein Tango choreografiert, und das kommt Julia Dietze entgegen, die eine Tanzausbildung hat, aber auch Breakdance und Salsa beherrscht. Gerade hat sie in New York den Tanzfilm "The Perfect Dance" fürs Kino gedreht. Am 9.11. ist sie in "Die Geisterfahrer" auf Arte zu sehen. Keine Sorge: Julia ist auf der richtigen Spur.

Rainer Unruh