Trailer zu ”Nahschuss”

Nahschuss

Lars Eidinger brilliert in der Rolle eines zweifelnden, in Ungnade gefallenen Stasi-Agenten
Bis 1968 wurden Todesurteile in der DDR mit dem Fallbeil vollstreckt. In den Jahren danach ging man zu einer „humaneren“ Methode über: Die Verurteilten wurden durch einen unerwarteten Nahschuss in den Hinterkopf getötet. Werner Teske war der letzte Mensch, der auf diese Weise hingerichtet wurde. Sein Fall in­spirierte Franziska Stünkel („Vineta“) zu ihrem zweiten Spielfilm. Teske, der im Film Franz Walter heißt, hat für den Auslandsgeheimdienst der DDR gearbeitet. Anfangs genießt er die Privilegien, die mit seiner neuen Aufgabe verbunden sind. Doch im Laufe der Zeit beginnt er, an den Methoden der Stasi zu zweifeln – und gerät schließlich selbst ins Visier der Staatsschützer. In der ersten Szene sehen wir Franz Walter hinter Gittern, sein Prozess bildet die Rahmenhandlung des Films. Durch ihre zurückhaltende Erzählweise gelingt es Franziska Stünkel, eine fast dokumentarische Nähe zu der von Lars Eidinger grandios gespielten Hauptfigur entstehen zu lassen. Die wachsende Verzweiflung und die Ohnmacht eines Mannes, der in die Mühlen eines Unrechtssystems gerät, zeigt auf beispielhafte Weise, wie brutal der SED-Staat mit seinen Gegnern umgegangen ist.

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