Mr. Long

Ein Profikiller aus Taiwan erobert als Suppenkoch die Herzen der Japaner
Vierzehn Filme hat der Japaner Sabu, der mit bürgerlichem Namen Hiroyuki Tanaka heißt, in den letzten zwanzig ­Jahren gedreht. Besucher der Berli­nale kennen ihn seit Langem, doch einen regu­lären Kinostart erlebten seine Regie­arbei­ten hierzulande noch nie. „Mr. Long“ ist sein 15. Film und der erste, der bei uns ganz offiziell ins Kino kommt. Chen Chang spielt einen taiwanischen Auftragskiller, der nach einem missglückten Attentat in einer japani­schen Kleinstadt strandet. Zwischen lauter ­Abbruchhäusern trifft er auf den achtjährigen Jun, der hier mit seiner dro­gensüchtigen Mutter lebt, und auf die Mitglieder einer Kabuki-Theatergruppe, die von den Kochkünsten des Killers so begeistert sind, dass sie ihm eine ­fahrbare Suppenküche besorgen. Der schweigsame Fremde, der kein Japanisch versteht, will eigentlich so schnell wie möglich wieder weg, doch noch fehlt ihm das Geld für die Heimreise. Sabu verbindet stilisierte Actionszenen mit kontemplativen Stimmungsbildern, mischt dramatische Momente mit Slapstickeinlagen und lässt in Rückblenden das Schicksal von Juns Mut­ter Lily Revue passieren. Für zusätzliche Spannung sorgt der originelle Soundtrack, der das Geschehen eher kommentiert als untermalt und den Ereignissen eine ganz eigene Poesie verleiht.

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