Trailer zu ”mid90s”

mid90s

In seinem Regiedebüt taucht Jonah Hill („The Wolf of Wall Street“) in die Skaterszene von Los Angeles während der 1990er ein
Der Film beginnt mit einem sprichwörtlichen Faustschlag: Der 13-jährige Stevie (Sunny Suljic) bekommt von seinem älteren Bruder Ian (Lucas Hedges) eine ordentliche Tracht Prügel. Ein erstes unmissverständliches Zeichen schwieriger familiärer Verhältnisse. Der Vater ist abwesend, die Mutter Dabney (Katherine Waterston) engagiert, aber letztlich überfordert. Daher sucht sich der pubertierende Stevie den Halt anderswo — bei einer Gruppe von älteren Skatern, die sich allesamt irgendwie durchs Leben schlagen: Sie feiern, hängen ab und müssen sich doch langsam entscheiden, welche Richtung sie in ihrem Leben einschlagen wollen. „Mid90s“ ist eine Zeitkapsel in 16 : 9. Der Film sieht aus, als hätte man eine VHS-Kassette im Keller des coolen Onkels gefunden. Jonah Hill („Die Kunst zu gewinnen – Moneyball“) huldigt der Videoästhetik dieser Zeit, ohne sich dabei in nostalgischen Referenzen zu verlieren. Angesiedelt zwischen der Roheit von Larry Clark („Kids“) und der Lässigkeit eines Richard Link­later („Slacker“), lebt diese warmherzige Coming-of-Age-Geschichte vor allem von ihren feinen Beobachtungen der Gruppendynamik. Das Skaten nimmt dabei großen Raum ein, ist aber nicht das eigentliche Thema: Es geht um den Umgang der männlichen Jugendlichen mit Schwäche und Verletzlichkeit und darum, wie daraus soziale Rollen werden. Eine berührende Reise in eine Zeit, die bereits Lichtjahre zurückzuliegen scheint.

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