Trailer zu ”Messer im Herz”

Messer im Herz

Als Pornoproduzentin ist Vanessa Paradis („Café de Flore“) einer Frau und dem Alkohol verfallen und gerät in eine Mordserie
Blut, Sperma und Tränen: In ­seinem zweiten Langfilm lässt der Franzose Yann Gonzalez („Begegnungen nach Mitternacht“) einen mysteriösen Killer mit Latexmaske und Messerdildo auf Pornodarsteller los. Die exzessive Mischung aus Sex und Gewalt mutet trashig an, ist aber mehr als bloßes Neo-Exploitation-Kino im Stil der späten 1970er-Jahre. Eben zu dieser Zeit produziert Anne (Vanessa Paradis) in Paris drittklassige Schwulenpornos. Sie ist hoffnungslos in ihre Cutterin Loïs (Kate Moran) verliebt, aber die nicht mehr in Anne. Und so stürzt sich die Filmemacherin mit der ­Unterstützung ihrer rechten Hand Archibald (Nicolas Maury) in ihr bislang ehrgeizigstes Projekt. Selbst eine bestialische Mordserie an Menschen aus ihrem unmittelbaren Umfeld bringt Anne nicht davon ab, im Gegenteil: Sie baut die grausamen Taten und die polizeilichen Ermittlungen sogar in die Handlung ihres neuen Films ein. Und macht sich selbst auf die Suche nach dem Mörder. Mit „Messer im Herz“ entwirft Gonzalez einen radikalen Genremix aus Psychothriller, Erotik­drama und Neo-Giallo im Stil von Dario Argentos „Tenebrae“ – blutig, düster, tragisch und queer. Der Regisseur blickt auf ein bestimmtes Milieu zu einer bestimmten Zeit und kreiert mit farbintensiven Bildern eine extrem dichte Atmosphäre. Bei aller Frivolität und Lust an der Übertreibung wohnt der hyperstilisierten Hommage an das Undergroundkino der 70er auch eine gewisse Romantik inne. Allerdings ist der Grad zwischen Poesie und kryp-tischem Mystizismus in manchen Momenten sehr schmal, und der Film verliert sich etwas zwischen den Erzählebenen.

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