Trailer zu ”Maudie”

Maudie

Sally Hawkins war in Mike Leighs „Happy-Go-Lucky“ und „Paddington“ zu sehen. Nun glänzt sie in der Rolle der behinderten kanadischen Volkskünstlerin Maud Lewis
Kunst entsteht manchmal ganz beiläufig und wird von vielen als solche erst gar nicht wahrgenommen. Das war auch der Fall im Leben der behinderten Malerin Maud Lewis, die im kanadischen Nova Scotia als Haushälterin arbeitete und ihre eigene kleine Kunstwelt erschuf. Sally Hawkins aus „Happy-Go-Lucky“ verkörpert in Aisling Walshs Wohlfühlfilm „Maudie“ die humpelnde Außenseiterin, die mit Beharrlichkeit gegen ihre physischen Einschränkungen ankämpfte. Der Film beginnt in den späten Dreißigern, als die an rheumatischer Arthritis erkrankte Maud zur Magd des verschlossenen Grobians Everett Lewis (Ethan Hawke) wird. Ihre Fähigkeiten sind erkennbar begrenzt, doch Everett lässt sie gewähren, vielleicht aus Mitleid, vielleicht weil er seiner Einsamkeit entfliehen will. Und dann entsteht tatsächlich so etwa wie Liebe. Irgendwann beginnt Maud, mit Pinsel und Farbe kleine Karten zu gestalten, die Everett für naives Zeugs hält. Bis er erstaunt feststellt, dass die Zeichnungen die Fantasien mehrerer Menschen beflügeln und sich gut vermarkten lassen. Everett besorgt Maud weitere Farbtuben, und bald hat sie sein zuvor graues, tristes Haus in ein eigenes Kunstwerk verwandelt. Doch Mauds Krankheit schreitet fort, und oft ist es ihr nur unter größten körperlichen Anstrengungen möglich, weitere Kunstwerke zu vollenden. „Maudie“ ist keine Künstlerbiografie im herkömmlichen Sinn, sondern die Krankengeschichte einer Frau, die sich verzweifelt gegen ihr Schicksal stemmt. Viele Szenen sind erschütternd, trostlos und überwältigend, manchmal alles auf einmal, und dazu bietet die großartige Sally Hawkins eine schauspielerische Ausnahmeleistung. Wahrscheinlich wird niemand in diesem Film nicht heimlich eine Träne vergießen. Oder sogar mehrere.

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