Trailer zu ”Live by Night”

Live by Night

Boston, 1926: Es herrscht die Prohibition, aber der Alkoholschmuggel floriert und spült einen Kleinkriminellen an die Spitze des organisierten Verbrechens
Es war nur eine Frage der Zeit, dass sich die künstlerischen Pfade von Ben Affleck und Dennis Lehane erneut kreuzen würden. Beide stammen aus Boston, beide beschäftigen sich intensiv mit ihrer Heimatstadt. Der eine als Schauspieler, Re­gisseur und Drehbuchautor („The Town“), der andere als Romancier („Shutter Island“). Vor zehn Jahren dann mit „Gone Baby Gone“ die erste Kooperation. Regisseur Affleck adaptierte den Detektivkrimi von Lehane. Mit „Live by Night“ nun also die zweite Zusammenarbeit. Affleck verfilmt das Gangsterepos, für das Dennis Lehane 2013 mit dem Edgar Allan Poe Award für den Roman des Jahres ausgezeichnet worden war. Film wie Buch erzählen die Geschichte des Bostoner Polizistensohns Joe Coughlin (Ben Affleck), der sich in der Prohibitionszeit vom windigen Betrüger und Kleinkriminellen zu einem der Bosse der organisierten Kriminalität aufschwingt. Er verlässt seine Heimat und baut in Florida einen einträglichen Rumschmugglerring auf. Auf seinem Weg an die Spitze wird er phasenweise von starken Frauen begleitet, Emma (Sienna Miller) und Graciela (Zoe Saldana) beispielsweise. Darüber hinaus ist ihm mit Unterweltkönig Albert White (Robert Glenister) ein Widersacher aus alten Tagen auf den Fersen. Die Kulissen und Kostüme sind bis ins kleinste Detail der Depressionsära nachempfunden, und so gelingt es Regisseur Affleck tatsächlich, die drückende Stimmung, die zu jener Zeit geherrscht haben muss, lebensnah zu rekonstruieren. Dabei ist es nicht nur die Optik, die überzeugt, auch die Schauspieler verdienen Beifall. Vor allem Sienna Miller, die als Braut des Gangsterbosses eine verhängnisvolle Affäre mit Coughlin unterhält, liefert eine brillante Performance. Wenn sich an „Live by Night“ etwas kritisieren lässt, dann der Versuch, sich mit Themen wie Religion, Rassismus und Gewalt ernsthaft aus­einandersetzen zu wollen. Ein solches Gewicht kann die Story beim besten Willen dann doch nicht stemmen.

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