Trailer zu ”Leid und Herrlichkeit”

Leid und Herrlichkeit

Ein alternder Regisseur blickt zurück auf sein bewegtes Leben. Der 21. und bislang persönlichste Film von Oscar-Preisträger Pedro Almodóvar („Sprich mit ihr“)
Am 25. September wird Pedro Almodóvar 70. Ein Alter, in dem ein Filmemacher schon mal auf die Idee kommen kann, auf das eigene Leben und Schaffen zurückzublicken. So wie es der Spanier in seinem neuen Werk, dem offenkundig autobiografisch gefärbten „Leid und Herrlichkeit“, tut. Almodóvar erzählt von dem einst erfolgreichen Regisseur Salvador Mallo, wunderbar einfühlsam, geradezu zärtlich gespielt von Antonio Banderas. Dessen letzte Arbeit liegt schon einige Zeit zurück. Gequält von einer Depression, Rückenschmerzen und anderen Leiden dämmert er in seiner Wohnung zwischen unzähligen Kunstwerken vor sich hin. Bis sein Film „Sabor“ restauriert und wiederaufgeführt werden soll. Während des Drehs hatte er sich mit dem Hauptdarsteller Alberto (Asier Etxeandia) überworfen, seitdem haben sie nicht mit-einander gesprochen. Salvador beschließt, ihn zu besuchen und – als sie sich wieder gegenübersitzen – das erste Mal Heroin zu nehmen. Die Drogen lassen ihn tief in seine Erinnerungen eintauchen: an die von Armut geprägte Kindheit, die ersten Kino­erlebnisse, sein schwules Erwachen, eine große Liebe und seine Mutter Jacinta (Penélope Cruz). Der Blick zurück verändert seine Betrachtung der Gegenwart – und der Zukunft. Letztlich sind alle Filme Almodóvars von seiner Biografie inspiriert, aber keiner erzählt so direkt von ihm selbst wie dieser. Dass seine Muse Penélope Cruz mitspielt, versteht sich von selbst (zusammen haben sie fünf Filme gedreht). Dass Antonio Banderas in die Haut des alternden Regisseurs schlüpft, ist indes etwas Besonderes. In Almodóvars schriller Komödie „Labyrinth der Leidenschaften“ erregte der heute 58-Jährige 1982 erstmals Aufmerksamkeit. In den letzten Jahren ist es um Banderas ruhiger geworden, für „Leid und Herrlichkeit“ wurde er in Cannes aber nun als bester Darsteller ausgezeichnet. Von ihrer ersten Zusammenarbeit vor 37 Jahren unterscheidet sich ihr achter Film gravierend. Trotz der gewohnt knalligen Farbgebung der von Rot, Blau und Grün dominierten Bilder erinnert er in seiner Tonalität eher an Almodóvars Drama „Julieta“: ebenso melancholisch, dabei weniger tragisch und deutlich optimistischer.

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