Trailer zu ”Körper und Seele”

Körper und Seele

Der ungarische Berlinale-Gewinner findet die Liebe in einem Schlachthaus
Mária, die neue Fleischkontrolleurin, ist scheu und unnahbar, konsequent meidet sie den Kontakt zu ihren Kollegen. Endre, der Leiter des Schlachthofs, versucht trotzdem, mit ihr ins Gespräch zu kommen. Durch Zufall machen die beiden eine seltsame Entdeckung: Nacht für Nacht teilen sie denselben Traum. Darin ziehen sie als Hirsch und Hirschkuh durch einen verschneiten Wald. Doch ihr Versuch, sich auch in der Realität näherzukommen, droht zu scheitern. Mária, die schon als Kind Angst vor Berührungen hatte, reagiert so unbeholfen und schroff, dass sich der vom Leben und der Liebe enttäuschte Endre schnell wieder zurückzieht. Mit großer Behutsamkeit tastet sich die Ungarin Ildikó Enyedi an die verletzten Seelen ihrer Protagonisten heran. Ihr Film, der auf der Berlinale u. a. mit dem Goldenen Bären ausgezeichnet wurde, zählt zu den wundersamsten und eigenwilligsten Liebesfilmen seit Langem. Die Regisseurin interessiert sich allerdings nicht nur für die zaghafte Annäherung zwischen den beiden Seelenverwandten, ihr Mitgefühl gilt auch den Rindern, die im Schlachthof ankommen. „Wer die Tiere nicht bedauert“, weiß Endre, „wird vor die Hunde gehen.“ Ralf Blau

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