Trailer zu ”Intrige”

Intrige

Roman Polanski verfilmt die legendäre Dreyfus-Affäre aus der Sicht eines Geheimdienstmitarbeiters
Paris am 5. Januar 1895. Auf dem Hof der Militärschule wird Artillerie-Hauptmann Alfred Dreyfus (Louis Garrel) öffentlich degradiert und danach in lebenslange Verbannung auf die Teufelsinsel vor der Küste von Französisch-Guayana geschickt. Zuvor war er wegen Landesverrats zugunsten des deutschen Kaiserreichs verurteilt worden, wie ein in der deutschen Botschaft gestohlener Brief – angeblich mit Dreyfus’ Handschrift – beweisen sollte. Kurze Zeit später wird Oberstleutnant Marie-Georges Picquart (Jean Dujardin) Chef des Auslandsgeheimdiensts. Er entdeckt im Tresor seines neuen Büros nicht nur Entlastungs­material zugunsten von Dreyfus, sondern auch ein Geheim­dossier, das den Richtern kurz vor Ende des Prozesses heimlich vorgelegt worden und entscheidend für die Verurteilung des ­jüdischen Soldaten war – allerdings keinerlei Beweise enthielt. Der neunte Spielfilm über die Dreyfus-Affäre (siehe Kasten) orientiert sich an der literarischen Umsetzung von Thrillerautor Robert Harris aus dem Jahr 2013, der auch das Drehbuch schrieb. Roman Polanski („Der Pianist“) schafft es, die komplizierte Handlung über mehrere Jahre hinweg für den Zuschauer verständlich und spannend – und mit einer gewissen Lässigkeit – wiederzugeben. Er springt munter zwischen den Jahren 1894 und 1899 hin und her und zeigt ein steifes und obrigkeitsgläubiges Frankreich (perfekt: Hauptdarsteller Jean Dujardin), das an seiner Leblosigkeit zu ersticken droht. Roman Polanski, gegen den seit 1977 in den USA ein Verfahren wegen Sex mit einer Minderjährigen anhängig ist, dürfte sicherlich mit „Intrige“ auf seine persönliche Situation anspielen. Vor der Premiere auf dem Filmfestival in Venedig warf Schauspielerin Valentine Monnier als insgesamt fünfte Frau dem Regisseur vor, sie 1975 vergewaltigt zu haben. Polanski ließ die Anschuldigung von seinem Anwalt dementieren.

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