Trailer zu ”Heilstätten”

Heilstätten

Eine Gruppe von YouTube-Stars geht in den Ruinen der Heilstätte Beelitz auf Geisterjagd. Was als schauriges Happening beginnt, entpuppt sich schon bald als tödliche Falle
Als sie sich den Ruinen des ehemaligen Lungensanatoriums nähern, bittet Theo (Tim Oliver Schultz) seine Begleiter, den Ort mit Respekt zu behandeln. In der Nazizeit sollen hier grausame Menschenversuche an Tuberkulosepatienten stattgefunden haben. Im Sommer führt Theo Touristen über das verwitterte Gelände. Jetzt hat er sich dazu überreden ­lassen, einigen der erfolgreichsten YouTubern Deutschlands die ver­fallenen Gebäude zu zeigen. Und die denken gar nicht daran, sich an diesem geschichtsträchtigen Ort besonders rücksichtsvoll zu verhalten. Sie interessieren sich nur für die paranormalen Aktivitäten, die es in dem 1898 erbauten Lazarett geben soll. In einer 24-Stunden-Challenge wollen sie herausfinden, wer von ihnen den Mut aufbringt, sich seiner Angst zu stellen. „Werden wir diese Nacht überleben? Vermutlich nicht, aber hinterher gibt es zumindest ein tolles Video davon“, prahlen Charly und Finn in ihrem Videoblog – ohne zu ahnen, wie recht sie haben. Es dauert nicht lange, bis der erste YouTuber spurlos verschwindet und Beauty-Bloggerin Betty (Nilam Farooq) ihren ersten blutüberströmten Geist erblickt. Schon seine desaströse Zombieparodie „Kartoffelsalat“ entstand unter der Mitwirkung von diversen YouTube-Stars, doch diesmal konnte Michael David Plate mit Sonja Gerhardt („Ku’damm 56“), Tim Oliver Schultz („Club der roten Bänder“) und Lisa-Marie Koroll („Bibi & Tina“) auch einige namhafte (Nachwuchs-)Schauspieler verpflichten. Die unruhigen Hand­kamerabilder und der Drehort – der Film spielt zwar in den Beelitz-Heilstätten, entstand aber in der Heilstätte Grabowsee – sorgen für wohligen Grusel. Doch das eigentlich Spannende an diesem Horrorfilm ist sein Blick auf die YouTube-Generation, die ihre Zeit mit sinnfreien Blogs vertrödelt: Früher, heißt es in einer besonders schockierenden Szene, mussten die Schüler Goethes „Faust“ auswendig lernen, heute wissen sie nicht mal mehr, wie man seinen Namen buchstabiert: Fack you, Göhte! Diese Erkenntnis ist nicht neu, dürfte für die anvisierte Zielgruppe aber die eigentliche Challenge darstellen.

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