Gute Manieren

Wenn das Kind ein Werwolf ist, wird Erziehung zu einem Kraftakt ganz anderer Art
Die schwangere Ana (Marjorie Estiano) stellt die junge Krankenschwester Clara (Isabél Zuaa) als Haushaltshilfe ein. Während sich zwischen den Frauen eine Liebesbeziehung anbahnt, wächst in Anas Körper ein Werwolf­baby heran, was die Frauen insbesondere bei Vollmond vor große Herausforderungen stellt. Wie lange kann das Geheimnis des Kindes bewahrt werden? „Gute Manieren“ setzt sich auf kreative Weise mit der brasilianischen Gesellschaft auseinander, mit Rassendiskriminierung, Klassendenken und Homophobie. Dabei hält sich der Film an keine Genregrenzen und schafft einen ganz eigenen erzähleri­schen Ton. Nach etwas zähem Beginn entfaltet das schaurige Drama­ einen magischen Sog. Zwischen den traumwandlerischen Bildern und der entrückten Melancholie der Musik eröffnet sich eine Zwischenwelt, bevölkert von Schlafwandlern, Einzelgängern und einem kleinen Werwolf. Ein Märchen für Erwach­sene, auf dessen Langsamkeit man sich allerdings einlassen muss.

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