Trailer zu ”Gold”

Gold

Matthew McConaughey zieht als Schatzsucher in den indonesischen Dschungel und erlebt an der Wall Street sein Waterloo. Die wahre Geschichte eines amerikanischen Hasardeurs
Es war ein Schwindel, der in die Bergbaugeschichte einging: Die kanadische Gesellschaft Bre-X Minerals gab 1993 vor, in der indonesischen Provinz Busang auf ein gewaltiges Goldvorkommen gestoßen zu sein. Der Börsenwert des Unternehmens schoss in die Höhe, doch die Anleger sahen bald in die Röhre. Der von Stephen Gaghan („Syriana“) inszenierte Film „Gold“ rekonstruiert die ­Geschichte des Bre-X-Crashs. Matthew McConaughey spielt mit prallem Bierbauch den glatzköpfigen Kenny Wells, der das Bergbauunternehmen seines Vaters erbt und mit dem Geologen Michael Acosta (Edgar Ramírez) in den unerschlossenen Regenwald reist, um dort auf Schatzsuche zu gehen. Tatsächlich finden sie eine Mine, und es sieht so aus, als würde ihr amerikanischer Traum in Erfüllung gehen. Doch sie sind von Neidern umgeben, und die lauern nicht im Dschungel, sondern an der New Yorker Wall Street. „Gold“ beginnt wie eine moderne Variante von „Der Schatz der Sierra Madre“ und wird in der zweiten Hälfte zu einer Miniaturfassung von Martin Scorseses „The Wolf of Wall Street“. Auf diese Weise zerfällt der Film in zwei sehr ungleiche Hälften, die durch das energiegeladene Spiel von Matthew McConaughey einigermaßen zusammengehalten werden. Trotzdem bleibt es schwer, der sehr unterkühlt und distanziert erzählten Geschichte emotionale Tiefe abzugewinnen. Die Dschungelabenteuer samt Malariaattacken und Eingeborenen sind zumindest visuell ansprechend gestaltet, doch das Spannungslevel sinkt gen null, wenn in der zweiten Hälfte der Spekulantenschacher einsetzt und alles auf eine Pointe zusteuert, von der jeder weiß, der die wahre Geschichte kennt. Außerdem hat man die Zockerei an der Börse in „The Big Short“ schon viel besser gesehen. Noch so ein Film, der „Gold“ gern wäre, an den er aber nicht herankommt.

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