Five Fingers for Marseilles

Ein wortkarger Ex-Häftling legt sich mit einem südafrikanischen Clanführer an
Die Personen haben sich geändert, doch das System der Unterdrückung ist geblieben. In seiner Jugend hat Tau zwei weiße Polizisten erschossen. Nach seiner Haftentlassung und dem Ende der Apartheid kehrt der schweigsame Einzelgänger in seinen Heimatort zurück, der von korrupten Ordnungshütern und einem skrupellosen Clanführer terrorisiert wird. Seine alten Freunde haben sich arrangiert oder resigniert. Nur Tau ist nicht bereit, sich dem Schreckensregiment der neuen Machthaber zu beugen. Das Spielfilmdebüt des Südafrikaners Michael Matthews folgt den klassischen Erzählmus­tern eines (Italo-)Westerns. Die von Sergio Leones „Für eine Handvoll Dollar“ inspirierte Handlung sorgt nach knapp zwanzig Minuten mit einer verwirrenden Rückblende kurzzeitig für Irritationen, ist ansonsten aber schnörkelloses, gradlinig inszeniertes Genrekino. Etwas weniger Pathos hätte dem mit charismatischen Gesichtern und imposanten Kino­bildern aufwartenden Film zwar gutgetan, doch auch das gehört zu einem richtigen Wes­tern irgendwie dazu.

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