Trailer zu ”Falling”

Falling

Das sehenswerte Drehbuch- und Regiedebüt von Viggo Mortensen („Der Herr der Ringe“): Vater und Sohn im ewigen Clinch um das Thema Männlichkeit
Es tut mir leid, dass ich dich auf diese Welt gebracht habe, nur damit du sterben musst.“ Willis (Sverrir Gudnason) liebt seinen Sohn John sehr, erzieht ihn auf seiner Farm im Mittleren Westen der USA in den 60er-Jahren aber mit großem Ernst. Doch irgendwann verliert Willis die Richtung in seinem Leben. Er scheitert bei dem Versuch, aus John einen „richtigen Mann“ zu machen, und Ehefrau Gwen (Hannah Gross) kann Willis irgendwann nicht mehr ertragen und lässt sich scheiden. Viele Jahre später, im Winter 2009: Willis (Lance Henriksen) kämpft mit beginnender Demenz und besucht seinen Sohn John (Viggo Mortensen) in San Francisco, um sich möglicherweise dort in der Nähe niederzulassen. Der verbitterte alte Mann macht keinen Hehl daraus, was er von Johns Ehe mit Eric (Terry Chen) und der mexikanischen Adoptivtochter Monica (Gabby Velis) hält, er quält alle mit homophoben, sexistischen und rassistischen Ausbrüchen. John hatte sich Jahre zuvor geschworen, nicht mehr auf die Provokationen zu reagieren und seinem Vater dennoch die Hilfe zukommen zu lassen, die er braucht. Aber Willis lässt sich nicht besänftigen und wird immer beleidigender. Viggo Mortensen, der bereits dreimal für den Oscar nominiert war (für „Tödliche Versprechen – Eastern Promises“, „Captain Fantastic“ und „Green Book“), war immer schon mehr als „nur“ ein Schauspieler. Der Sohn eines dänischen Geschäftsmanns und einer US-Amerikanerin wurde in New York geboren, wuchs in Dänemark, Venezuela und Argentinien auf und lebt derzeit in Madrid. Er arbeitete sich durch kleine Rollen in Filmen wie „Der einzige Zeuge“ (1985), „Carlito’s Way“ (1993), „Crimson Tide – In tiefster Gefahr“ (1995) oder „Portrait of a Lady“ (1996) hoch und wurde durch seine Rolle als Aragorn in Peter Jacksons „Der Herr der Ringe“-Trilogie (2001–2003) weltberühmt. Doch der heute 62-Jährige malt auch (zum Beispiel die Bilder seiner Figur im Film „Ein perfekter Mord“, 1998) und hat einige Bücher mit seinen Gedichten und Fotografien veröffentlicht. Viggo Mortensens erste Drehbuch- und Regiearbeit ist ein intensives Familiendrama auf verschiedenen Zeitebenen, das durchaus autobiografische Züge trägt (siehe Interview rechts). Zwei unterschiedliche Lebensmodelle stehen sich unversöhnlich gegenüber, verdeutlicht durch die Orte Mittlerer Westen und San Francisco. Um nicht platt als Anti-Trump-Film zu gelten, spielt „Falling“ im Jahr 2009. Lance Henriksen – seit Langem bekannt als Fiesling in Filmen wie „Aliens – Die Rückkehr“ (1986) oder aus Serien wie „Millennium: Fürchte deinen Nächsten wie dich selbst“ gibt seiner Figur ausreichend Tiefe, sodass der Zuschauer ihn hasst, aber dennoch neugierig auf die nächste Szene bleibt. Für die Promotion von „Falling“ zeigte Viggo Mortensen den Film vorab auf einigen renommierten (virtuellen) Festivals wie etwa Sundance, Cannes oder Toronto und war im Oktober auf einer kleinen Europatour unterwegs. Wegen der Gefahr durch Corona fuhr er ausschließlich allein mit seinem Auto zu den Premierenterminen in Länder wie Spanien, Frankreich, Belgien, Deutschland und Dänemark.

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