Eternals

Oscar-Preisträgerin Chloé Zhao („Nomadland“) verfilmt die weniger bekannten Marvel-Comics von Jack Kirby über ein kosmisches Heldenteam, das die Erde bewacht
Mit ihrem eindringlichen Indie-Drama „Nomadland“ (2020) hat sich Regisseurin und Drehbuchautorin Chloé Zhao, deren Film mit drei Oscars (Bester Film, Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin) ausgezeichnet wurde, zu einer der gefragtesten Filmemacherinnen Hollywoods gemausert. Nach diesem Erfolg bringt die Chinesin ihre filmische Handschrift nun auch ins Marvel Cinematic Universe ein. Seit Jahrtausenden sind die Eternals, eine Gruppe ewig lebender Außerirdischer mit Superkräften, vom Celestial Arishem auf der Erde stationiert. Ihre Mission: die Menschheit vor zerstörerischen Monstern, den Deviants, zu beschützen und sie kulturell wie technologisch voranzubringen. Als ihre tot geglaubten Erzfeinde nach Jahr­hunderten plötzlich wieder auftauchen und ein Mitglied der Eternals ermorden, müssen die Helden die Welt retten. Der 26. Film aus dem Marvel Cinematic Universe bereichert das Franchise mit einigen Neuheiten: Unter anderem gibt es das erste gleichgeschlechtliche Paar, die erste Sexszene und die erste taube Heldin zu ­sehen. Erzählerisch orientiert sich „Eternals“ allerdings nicht an seiner abgedrehten Comicvorlage. Stattdessen wird versucht, eine eher nachdenklich stimmende Geschichte über Herkunft und Mythologie in die klassische MCU-Schablone zu zwängen. Dabei leidet das Erzähltempo unter einer Handlung, die sich über 7000 Jahre (fast die gesamte Historie der Menschheit) erstreckt und immer wieder zwischen der Ge­genwart und wichtigen Ereignissen in der Vergangenheit hin und her springt. Der Film beeindruckt durch seine wunderschönen Bilder, dennoch hätte man sich etwas mehr Spannung und Dringlichkeit gewünscht. Der melancholische Tonfall wird zwar immer wieder durch effektvolle Action und augenzwinkernden Humor aufge­lockert. Doch alles in allem nimmt sich das Ganze für einen Marvel-Film zu ernst. Auch das gut aufeinander abgestimmte Ensemble (u. a. Gemma Chan, Richard Madden und Angelina Jolie) sorgt nur selten für Leichtigkeit. Das liegt vor allem an den einzelnen Figuren, die unterschiedliche Superkräfte und Hintergrundgeschichten mitbringen, aber charakterlich wenig variantenreich und ziemlich emotionslos gestaltet sind. So kann Chloé Zhao dem MCU nur bedingt ihren Stempel aufdrücken.

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