Trailer zu ”Ein Becken voller Männer”

Ein Becken voller Männer

Der französische Schauspieler Gilles Lellouche („Das Leben ist ein Fest“) schildert die Lebenskrisen von Männern, die sich beim Wasserballett neu erfinden. Mit traumwandlerischer Souveränität findet er die Balance zwischen Tragik und Komik
Männer, die beim Synchronschwimmen ihre Midlife-Krise bekämpfen: Auf den ersten Blick unterscheidet sich die jüngste Regiearbeit des französischen Schauspielers Gilles Lellouche („Der Unbestechliche – Mörderisches Marseilles“) kaum von vergleichbaren Filmen wie „Männer im Wasser“ (2009) oder „Swimming with Men“ (2018). Doch dieser Eindruck täuscht. Denn „Ein Becken voller Männer“ schafft, was nur wenigen Filmen gelingt: Er verbindet Situations­komik und Wortwitz mit Wahrhaftigkeit und Mitgefühl. Mathieu Amalric („Schmetterling und Taucherglocke“) spielt den arbeitslosen, unter Depressionen leidenden Familien­vater Bertrand, der in der Badeanstalt auf eine Gruppe von männlichen Synchronschwimmern trifft. Trainiert werden sie von der nachsichtigen Delphine (Virginie Efira), die am Beckenrand Gedichte rezitiert und die Ballettübungen ihres Teams in höchsten Tönen lobt. Bertrand wird in die mäßig talentierte Truppe aufgenommen und findet dadurch neuen Halt. Lellouches Interesse gilt vor allem den Lebenskrisen seiner Figuren: Der erfolglose Rockmusiker Simon (Jean-Hugues Anglade), der in einem Campingbus lebt und auf Bingoveranstaltungen auftritt, kämpft um die Anerkennung seiner pubertierenden Tochter. Der glücklose Marcus (Benoît Poelvoorde) versucht vergeblich, Swimmingpools zu verkaufen. Und der cholerische Laurent (Guillaume Canet) hält sein ganzes Leben für ein tragisches Missverständnis. Lellouche entwickelt ein feines Gespür für die Nöte seiner Figuren, er nimmt sie als Verlierer ernst und ­verleiht ihnen ein Gefühl der Würde, das zu Tränen rührt. Nicht immer kommt es darauf an, ob die Handlung eines Films besonders originell ist. Viel entscheidender ist, wie man sie erzählt.

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