Trailer zu ”Die Wunde”

Die Wunde

Der südafrikanische Film erzählt von einem umstrittenen Männlichkeitsritual und spricht offen über Homosexualität, die oft als Ausdruck westlicher Dekadenz gesehen wird
Das Spielfilmdebüt „Die Wunde“ von John Trengove, der 1978 geboren wurde und in Johannesburg lebt, greift gleich zwei Tabuthemen der südafrikanischen Gesellschaft auf. das umstrittene, aber noch immer weit verbreitete Beschneidungsritual (Ukwaluka) und die Homosexualität, über die nicht offen gesprochen wird, auch weil sie häufig als Bedrohung für die traditionelle Kultur gesehen wird. Zweimal im Jahr werden heranwachsende Männer in einem abgeschiedenen Camp durch das Beschneidungsritual zu „echten“ Männern gemacht. Der schüchterne Fabrikarbeiter Xolani, der zum Stamm der Xhosa gehört, fährt in sein Heimatdorf, wo er sich um Kwanda, einen der Initiierten, kümmert. Doch der eigentliche Grund für seine Reise ist eine heimliche Liebesbeziehung mit dem Familienvater Vija. Als Kwanda, der nur auf Druck seines Vaters an dem Beschneidungsritual teilgenommen hat, hinter das Geheimnis seines Mentors kommt, muss Xolani eine folgenschwere Entscheidung treffen. Der Film lässt uns in eine andere, weitgehend unbekannte Welt eintauchen. Während der Beschneidungsritus als wichtigstes Ereignis im Leben eines Xhosa-Mannes gilt, sieht der Zuschauer in dieser Tradition eher einen Verstoß gegen die Menschenwürde. Trengove erzählt betont zurückhaltend, ohne eine bestimmte Lösung anzustreben. Er versucht ganz einfach, die Situation in Südafrika zu beschreiben. Zugleich lässt er keinen Zweifel daran, dass Kwanda derjenige ist, der seine eigenen Ansichten über Menschenrechte und die Freiheit des Einzelnen zum Ausdruck bringt.

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