Trailer zu ”Die perfekte Kandidatin”

Die perfekte Kandidatin

„Das Mädchen Wadjda“ war der erste Spielfilm, der in Saudi-Arabien gedreht wurde. Sieben Jahre später erzählt die Regisseurin Haifaa al-Mansour von einer unerschrockenen Ärztin, die für den Gemeinderat ihrer Heimatstadt kandidiert
Maryam lebt mit ihrem Vater und ihren beiden Schwestern in einer kleinen Stadt in Saudi-Arabien, wo sie in der Notaufnahme des örtlichen Krankenhauses arbeitet. In der Klinik trifft die junge Ärztin immer wieder auf männliche Patienten, die sich nicht von einer Frau behandeln lassen wollen. Doch noch mehr ärgert sie sich über die unbefestigte Zufahrtsstraße, die regelmäßig im Schlamm versinkt. Eigentlich wollte sich Maryam auf eine bessere Stelle in Riad bewerben, doch stattdessen lässt sie sich als Kandidatin für den Gemeinderat registrieren. Wenn sie die Wahl gewinnt, könnte sie endlich die Straße vor ihrer Klinik asphaltieren lassen. Doch wie soll Maryam die Männer in ihrem Bezirk dazu bringen, für sie zu stimmen? Die 1974 in Saudi-Arabien geborene Filmemacherin Haifaa al-Mansour („Mary Shelley“) schafft erneut, was ihr schon 2012 mit ihrem Spielfilmdebüt „Das Mädchen Wadjda“ gelungen ist: Sie lässt den Zuschauer in die Lebensrealität einer fundamentalistischen Gesellschaft eintauchen, die Frauen nicht dieselben Rechte gewährt wie Männern. Wer weiß, dass Frauen in Saudi-Arabien bis zum Juni 2018 nicht Auto fahren durften, kann erahnen, was ein eigener Wagen für Maryam bedeutet. Ihr Vater Abdulaziz hat zwanzig Jahre darauf gewartet, mit seiner Musikgruppe auf Tournee zu gehen. Die Restriktionen wurden zwar ­gelockert, doch bei ihren Konzerten drohen Anschläge radikaler Islamisten. Haifaa al-Mansour verzichtet auf moralische Appelle. Dass sie die Zustände in ihrer Heimat mit unaufgeregter Gelassenheit beschreibt, verleiht ihrem Film eine besondere erzählerische Kraft.

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