Trailer zu ”Der Junge muss an die frische Luft”

Der Junge muss an die frische Luft

Seine Oma Änne hat es schon früh geahnt: Der Hans-Peter wird mal berühmt. Caroline Link hat Hape Kerkelings Kindheitsgeschichte kongenial verfilmt
Vielleicht“, denkt der kleine Hans-Peter (Julius Weckauf), „hätte ich mich einfach mehr anstrengen sollen.“ Doch selbst dann wäre es ihm kaum gelungen, die Prüfungen, die ihm das Leben schon in jungen Jahren auferlegt hat, zu bestehen. Dass komische Erlebnisse und traurige Ereignisse manchmal eng beieinanderliegen, ist das große Thema in Hape Kerkelings Kindheitserinnerungen „Der Junge muss an die frische Luft“, die Oscar-Gewinnerin Caroline Link („Nirgendwo in Afrika“) auf berührend authentische Weise verfilmt hat. Aufgewachsen ist Kerkeling im Ruhrgebiet der 60er- und 70er-Jahre. Er ist der jüngste Spross einer lebenslustigen Großfamilie, zu der auch diverse Tanten und Großtanten gehören, die Ordensschwester Lisbeth zum Beispiel oder die Zarah-Leander-Interpretin Anne­marie. Doch niemand hat ihn so sehr geprägt wie seine Großmütter (Hedi Kriegeskotte, Ursula Werner). „Oma Änne“, heißt es an einer Stelle, „war für den Krawall zuständig und Oma Bertha für alles andere.“ Schon als kleiner Junge sitzt Hans-Peter in Ännes Lebensmittelladen und parodiert die Kunden. Später wird er sein komödiantisches Talent nutzen, um seine schwermütige Mutter (ergreifend: Luise Heyer) aufzuheitern. Dass sich Drehbuchautorin Ruth Toma zum Teil von Kerkelings bekannten Sketchen inspirieren ließ, zählt zu den originellsten Einfällen des Films. Caroline Link ist es gelungen, die Episoden und Anekdoten des Buches zu einer großen filmischen Erzählung zu verdichten. Dabei trifft sie den Erzählton der Vorlage mit bewundernswerter Genauigkeit – was sicher auch an Niki Reisers stimmungsvoller Film­musik liegt. Doch das alles wäre nichts ohne den passenden Hauptdarsteller: Der damals neunjährige Julius Weckauf ist eine Wucht.

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