Certain Women

Kelly Reichardts prominent besetzter Episodenfilm schildert das Leben von Frauen in Livingston, Montana
Die inneren Nöte eines Ökofundamentalisten waren das große Thema in Kelly Reichardts „Night Moves“ (2013). Ansonsten interessiert sich Amerikas renommierteste Independent-Regisseurin („Wendy and Lucy“) vor allem für die alltäglichen Sorgen der kleinen Leute, für die der amerikanische Traum nicht in Erfüllung ge­gangen ist. Ihr jüngster Film, der von mehreren Kurz­geschichten der Schriftstellerin Maile Meloy inspiriert wurde, erzählt in drei Episoden, die sich nur punktuell berühren, aus dem Leben von vier sehr unterschiedlichen Frauen. Rechtsanwältin Laura (Laura Dern) muss einen verzweifelten Klienten davon überzeugen, dass seine Schadensersatzklage keinen Erfolg haben wird. Bei einem Wochenendausflug in die Wildnis verhandelt Gina (Michelle Williams) mit einen alten Mann über den Verkauf von Natursteinen, ärgert sich aber auch über ihre pubertierende Tochter. Pferdepflegerin Jamie (Lily Gladstone) besucht aus Langeweile einen Abendkurs zum Thema Schulrecht und verliebt sich in die junge Juradozentin Beth (Kristen Stewart). Die Geschichten selbst wirken fast unscheinbar. Rei­chardt erzählt mit einfachen Mitteln, umso größer ist die Kraft, die von ihren Darstellerinnen ausgeht. Das gilt vor allem für Lily Gladstone, deren unbeholfene Hartnäckigkeit nachhaltig berührt.

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