Trailer zu ”Born to be Blue”

Born to be Blue

Er führte ein Leben zwischen West Coast Swing, Drogen und Selbst­zweifeln: Ethan Hawke verkörpert in einer Meister­leistung den legendären Jazztrompeter Chet Baker
Er wurde gefeiert als „James Dean des Jazz“ und „King of Cool“: Der legendäre Trompeter Chet Baker krempelte mit seiner Bebop-Magie die Welt einer ganzen Generation um, führte aber auch ein Leben, das von Drogenaffären und Gefängnisstrafen überschattet war. Schon vor anderthalb Jahrzehnten sollte unter der Regie von Richard Linklater ein Biopic über Chet Baker entstehen, das aber nie realisiert wurde. Als Hauptdarsteller war damals Ethan Hawke vorgesehen. Mit 16-jähriger Verspätung holt Hawke diese Rolle in Robert Budreaus „Born to Be Blue“ nun nach. Der Film setzt um das Jahr 1966 ein, als Chet Baker an einem Tiefpunkt seiner Karriere angelangt ist. Vor einer Bowlinghalle wird der Erfinder des West Coast Swing von fünf Angreifern brutal zusammen­geschlagen und verliert seine Vorderzähne. Es scheint ausgeschlossen, dass er je wieder Trompete spielen kann. Nur durch die Liebe zu einer Schauspielerin (Carmen Ejogo) schöpft er neue Kraft. Es gelingt ihm, seinen Kiefer wieder an das Instrument zu gewöhnen und ein Comeback einzuleiten. Vom dramatischen Leben des virtuosen Musikers handelte 1988 die eindringliche Dokumentation „Let’s Get Lost“ von Bruce Weber, die eine Nominierung für den Oscar erhielt (auf DVD erhältlich). „Born to Be Blue“ überschneidet sich in vielen Passagen mit der gelungenen Doku und blendet in kurzen Schwarz-Weiß-Sequenzen in die Vergangenheit der Musik­ikone zurück. Spielerisch wie eine Jazzkomposition vermengt der Film reale Stationen im Leben des Chet Baker mit fiktiven Elementen, wie etwa die Szenen, die Ausschnitte aus einem Film von Dino De Laurentiis über Baker zeigen, zu dem es im wahren Leben nie gekommen ist.Es entsteht das Porträt eines Ausnahmekünstlers, der am Heroin und seinen inneren Dämonen zerbrach und mit dem es die meisten Frauen nicht lange aushielten. Ethan Hawke verkörpert Chet Baker mit äußerster Hingabe und war selten in einer Rolle verletzlicher zu sehen. Auch wer kein Jazzfan ist, wird sich der stimmungsvollen, oft bitteren Melancholie von „Born to Be Blue“ nicht entziehen können.

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