Borga

Ein junger Afrikaner, der von Ansehen und Wohlstand träumt, gerät auf die schiefe Bahn
Kojo geht nur selten zur Schule, seine Tage verbringt er auf einer Müllhalde für Elektroschrott in Ghanas Hauptstadt Accra. Durch das Sammeln von Altmetall trägt er zum Lebensunterhalt seiner Familie bei. Kojo träumt davon, nach Deutschland zu gehen und ein „Borga“ zu werden – ein reicher Onkel aus dem Ausland. Zehn Jahre später macht sich Kojo (nun gespielt von Eugene Boateng) auf den Weg nach Europa, doch sein Lebenstraum entpuppt sich schon bald als Illusion. In Mannheim gerät er an einen kriminellen Schrotthändler, für den er als Drogenkurier arbeitet. Für York-Fabian Raabe war es eine Frage des Respekts, die Geschichte seines Regiedebüts aus der Perspektive seiner Haupt­figur zu erzählen. Eugene Boateng („Tribes of Europa“) hatte zunächst kein Interesse an dem Film. Er wollte nicht schon wieder einen Drogenhändler oder einen „armen Schwarzen“ spielen. Doch das Drehbuch hat ihn überzeugt, „weil es so echt war“. Auch der Zuschauer spürt diese Authentizität, die der Geschichte ihre erzäh­lerische Kraft verleiht. Die Handlungsführung wirkt ge­legentlich etwas zu sprunghaft, doch diese dramaturgischen Schwächen fallen kaum ins Gewicht.

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