Trailer zu ”Blade Runner 2049”

Blade Runner 2049

Der kanadische Regisseur Denis Villeneuve hat aus der Fortsetzung von Ridley Scotts „Blade Runner“ einen optisch überzeugenden Kunstfilm gemacht, der bei einer Laufzeit von fast drei Stunden einige Längen aufweist
Elvis spielt mit. Frank Sinatra auch. Denis Villeneuves Fortsetzung von Ridley Scotts „Blade Runner“ wartet mit einigen Überraschungen auf und wurde in den USA mit Kritikerlob überschüttet. Der Film deckt einige Geheimnisse des ersten Teils auf, fügt aber auch neue hinzu und erweitert den erzählerischen Kosmos der Replikanten-Story auf spannende und intelligente Weise. Das Problem: Der Regisseur von „Prisoners“ und „Arrival“ geht für einen Mainstreamfilm sehr überambitioniert und wenig spannungstreibend vor. Da ist immer wieder die Rede von einer neuen Generation von Replikanten, die sich das Leben erschließen wollen, indem sie die ultimative Form der menschlichen Exis­tenz erreichen, nämlich die Fähigkeit zur biologischen Fortpflanzung. Vorangegangen ist ein nicht näher beschriebener zehntägiger Gesamtstromausfall, der die Zivilisation bis in die Gegenwart des Jahres 2049 gezeichnet hat. Die Welt ist noch düsterer, schmutziger und verkommener geworden, kein Ort, an dem Hoffnung auf eine positive Zukunft ­gedeiht. Es geht teils hochphilosophisch zu, und die existenzialistischen Anspielungen des Vorgängerfilms werden gar noch übertroffen. Das kann man mutig nennen, oder auch verwegen. Ryan Gosling spielt den neuen Blade Runner namens K, der sich auf die Suche nach Rick Deckard (erneut Harrison Ford) begibt, der seit dreißig Jahren verschwunden ist. Mehr sollte man über die Handlung nicht wissen, da sie einige unerwartete Wendungen nimmt. Die Optik ist großartig, aber richtig Fahrt nimmt die Geschichte erst auf, wenn im letzten Drittel Ur-Deckard Harrison Ford dazukommt. Vor allem fehlt ganz eindeutig ein charismatischer Antagonist, wie es Rutger Hauer im ersten Teil war, dazu ist Jared Letos Rolle zu wenig ausgebaut.

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